Antipilz-Diät
Eine Antipilz-Diät folgt ihren eigenen Richtlinien. In vielen Grundzügen gehen sie einher mit den Spielregeln für eine normale, gesunde Vollwerternährung. Lediglich während der harten Zeit der Pilz-Bekämpfung gelten einige strengere Regeln. Allen voran: das Zuckerverbot. Die Grundlage einer wirksamen Antipilz-Diät ist eine zuckerfreie Ernährung. Auch der Honig ist während der Antipilz-Diät tabu.Inhaltsverzeichnis
Das Zuckerverbot
Verboten sind:- Weißer Haushaltszucker
- Brauner Zucker
- Fruchtzucker
- Traubenzucker
- Malzzucker
- Puderzucker
- Kandiszucker
- Honig
Ballaststoffe
Ballaststoffe sind Bestandteile des Essens, die zwar den Menschen selbst nicht ernähren, wohl aber dem Speisebrei im Bauch das rechte Volumen geben. Und es sind wichtige Helfer bei der Vertreibung lästiger Pilze im Darm. Durch das große Volumen, das der Nahrungsbrei durch sie erhält, werden die Darmwände wie mit einem Besen bearbeitet. Die Pilznester werden regelrecht abgeschabt.Getreide
Wichtigster Lieferant von Kohlenhydraten ist das Getreide. Seit Jahrtausenden bilden Getreide und Getreideerzeugnisse eine unverzichtbare Nahrungsgrundlage für den Menschen. Es enthält fast alle Nährstoffe, die für die Gesundheit des Menschen eine wesentliche Rolle spielen. Neben den Kohlenhydraten versorgt das Getreide den Menschen mit Eiweiß, Fett, Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Vitaminen? der B-Gruppe und Vitamin E. Bemerkenswert ist der Anteil der Ballaststoffe. Diese vielseitige Zusammensetzung macht das Getreide so wertvoll. Lediglich das Vitamin C fehlt, Kalzium und Karotin (eine Vorstufe zu Vitamin A) sind nur in geringen Mengen vorhanden.Was sitzt wo im Getreidekorn?
- Der Hauptbestandteil, die Stärke, steckt im weißen Mehlkern.
- Fett mit Vitamin E ist im Keimling konzentriert.
- Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe sind in den Randschichten enthalten.
- Ein großer Anteil von Spurenelementen findet sich ebenfalls in den Randschichten. Spurenelemente sind Mineralstoffe, die in winzigen Mengen vorkommen. Dennoch sind sie für die Erhaltung der Gesundheit von großer Bedeutung.
Produkte aus Auszugsmehl
- Weißbrot und weiße Brötchen
- Toastbrot
- Graubrot und Mischbrot
- Schwarzbrot (mit Melasse dunkel eingefärbt)
- polierter, weißer Reis
- Teigwaren aus Auszugsmehl
- Kuchen und Gebäck aus Auszugsmehl
- Pudding, Gries, Graupen
Mit Kohlenhydraten: Gemüse und Obst
Kohlenhydrate sind auch in den folgenden Lebensmitteln vorhanden:- Gemüse
- Obst
- Kartoffeln
- Hülsenfrüchte
- Reis (ungeschält verwenden)
Hülsenfrüchte
Lange Zeit galten Hülsenfrüchte als „Arme-Leute-Essen“. Mittlerweile wird diesem wertvollen Nahrungsmittel wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Notwendige Inhaltsstoffe wie Vitamin B1, B2, B6, Folsäure und Eisen finden sich in Hülsenfrüchten. Das Standard-Hülsenfruchtgericht, die gute, alte Erbsensuppe, taugt nicht nur für die freiwillige Feuerwehr. Außerdem bereichern Rezepte aus aller Herren Länder den Speiseplan mit Hülsenfrucht-Gerichten.Fette und Öle
In die Vollwertküche gehören naturbelassene Fette und Öle. Dazu zählen:- kaltgepresste, nicht raffinierte Pflanzenöle
- Butter
- ungehärtetes Kokosfett
- Butterschmalz (ist reines Butterfett ohne Wasser)
Butter ist als Streichfett oder zur Verfeinerung von Gemüse hervorragend geeignet. Die Butter wird erst nach dem Kochen zugegeben, so bleiben die wertvollen Vitamine erhalten. Die pflanzlichen Öle sollten aus ökologischem Anbau stammen.
Pflanzliche Öle:
- Sonnenblumenöl
- Sojaöl
- Olivenöl
- Walnussöl
- Mandelöl
- Weizenkeimöl
- Sesamöl
- Leinöl
- Rapsöl
Qualitätsmerkmale von gutem Speiseöl:
- erste Pressung
- naturbelassen
- kaltgepresst oder kaltgeschlagen
Sichtbares und unsichtbares Fett
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fand heraus: Die Deutschen essen zuviel Fett. Es wird empfohlen, täglich nicht mehr als 0,7 bis 0,8 Gramm Fett je Kilo Körpergewicht zu verzehren. Das entspricht durchschnittlich 60 Gramm. Dieser Richtwert umfasst sowohl das sichtbare als auch das unsichtbare, in Speisen versteckte Fett. Das sichtbare Fett ist dasjenige, welches auf das Brot gestrichen, an das Essen oder in den Salat gegeben wird. Die unsichtbaren Fette sind vorwiegend tierischer Herkunft und finden sich in Fleisch, Wurst- und Milchprodukten, aber auch in Schokolade, Gebäck, Pommes-Frites und Chips. Manche Wurstsorten, wie Plockwurst und Leberwurst, bestehen zur Hälfte aus Fett.Wer sich also sinnvoll ernähren möchte, verspeist nicht mehr als 40, 45 Gramm sichtbares Fett pro Tag und hält sich bei Speisen mit viel verstecktem Fett zurück.
Ein weiteres Kriterium ist die Unterscheidung zwischen „pflanzlichen“ und „tierischen Fetten“. Die Fette pflanzlicher Herkunft liefern dem Körper lebensnotwendige, vorwiegend ungesättigte und hochungesättigte Fettsäuren. Fette tierischer Herkunft enthalten gesättigte Fettsäuren. Die ungesättigten und hochungesättigten Fettsäuren werden als vorteilhaft für die Gesundheit des Menschen eingestuft. Sie haben vitaminähnlichen Charakter und wirken als Schutzstoffe gegen Arterienverkalkung. Wer seinen Fettkonsum einschränken muss, sollte deshalb bei den tierischen Fetten anfangen - mit Ausnahme von Butter. Butter und pflanzliche Öle versorgen den Organismus mit den Vitaminen A, D und E sowie mit lebensnotwendigen Fettsäuren.
Eiweiße
Das Eiweiß ist von besonderer Bedeutung, weil der Organismus es als unverzichtbaren Grundstoff für die ständige Erneuerung der Zellen und des Gewebes benötigt. Sowohl pflanzliche als auch tierische Eiweiße stehen für die Ernährung zur Verfügung; und von beiden können sich Menschen ernähren. So wurde wissenschaftlich bestätigt, dass der Mensch ohne tierisches Eiweiß leben und dabei gesund bleiben kann. Eiweiß setzt sich aus einzelnen Bausteinen, den Aminosäuren, zusammen. Das körpereigene Eiweiß umfasst 26 dieser Bausteine, von denen zehn in der Nahrung enthalten sein müssen, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Diese werden als essentiell, das heißt lebenswichtig bezeichnet. Der tägliche Eiweißbedarf eines durchschnittlich gebauten Menschen beträgt 0,5 bis 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Zuviel Eiweißzufuhr, speziell von tierischem Eiweiß, trägt zu verschiedenen Krankheiten bei wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Rheuma und Gicht?.Dauer einer Antipilz-Diät
Je strenger bei einer Antipilz-Diät die sonst übliche kohlenhydratreiche Kost reduziert wird und je konsequenter die Pilznester mit Hilfe von Ballaststoffen ausgeräumt werden, desto besser greifen auch die Medikamente gegen Pilze. Wie lange eine Antipilz-Behandlung samt Diät dauern muss, lässt sich also nicht allgemeingültig beantworten. Oft stellt sich eine rasche Besserung ein und mancher ist versucht, die Antipilz-Diät vorzeitig zu beenden. Dann ist der Wille gefordert: Sie sollten eisern bleiben und den Pilzen keine Chance geben, sich wieder zu vermehren. Ihr Therapeut wird Ihnen sagen, ob die Stuhlprobe zufriedenstellend ist und wann Sie kein Antimykotikum mehr einnehmen müssen. Zu wünschen ist, dass Sie sich mit der Vollwertkost so anfreunden, dass sie zu Ihrer normalen Kost wird - auch über die strenge Antipilz-Diät hinaus. Ihr Wohlbefinden, Ihre Gesundheit und Ihr Immunsystem werden es Ihnen danken. Und: Die Vollwertküche ist gar nicht schwierig oder aufwendig.Fleisch
Fleisch und Wurst sollten eine sehr untergeordnete Rolle spielen, nicht nur weil ihnen jegliche Ballaststoffe fehlen. Auch das Beispiel BSE, Rinderwahnsinn, sollte zu Denken geben. Massentierhaltung zur Profitmaximierung, Fütterung mit Kadaverresten, die Pflanzenfresser zu Kannibalen macht, Aufzucht wie auf der Intensivstation - wie könnte da Fleisch noch der Gesundheit zuträglich sein. Wer auf Fleisch nicht verzichten kann, sollte es aus artgerechter Haltung kaufen - lieber weniger, dafür aus bekannter, guter Quelle.Getränke
Nicht nur während einer Antipilz-Diät sollte man ausreichend trinken. Drei Liter Flüssigkeit pro Tag soll der Körper schon bekommen. Einen Liter bringt die feste Nahrung mit sich, zwei Liter lassen sich zum Beispiel in Form von Mineralwasser, Kräutertee oder Leitungswasser zuführen. Leitungswasser ist gut verträglich und kostet fast nichts. Wasser, egal ob aus der Flasche oder aus der Wasserleitung, kann man mit ein, zwei Teelöffeln milchsäurehaltiger Getränke (aus dem Reformhaus) anreichern. Andere Getränke können helfen, den Flüssigkeitspegel anzuheben: Malz-Kaffee und - in geringen Mengen - auch Schwarzer Tee oder Kaffee. Milch, Buttermilch, Kefir, Joghurt kommen hinzu, dürfen aber nicht als einzige Flüssigkeitsspender herhalten. Trockener Wein, also Wein ohne Restzucker, ist in kleinen Mengen erlaubt. Zuckerhaltige Getränke dagegen haben keinen Platz in einer Antipilz-Diät. Süße Weine, Bier, und erst recht die Zuckerlösungen Cola und Limonade würden alle Mühe der Antipilz-Ernährung zunichte machen. Der Zucker darin machte die Pilze wieder munter, und die schlanke Linie litte auch.Kritik
Es gibt Studien, die nahelegen, dass die Anti-Pilz-Diät zur Sanierung des Darmes von Pilzen nicht nur ungeeignet, sondern auch medizinisch völlig unwirksam ist.In verschiedenen Studien wurde die Wirkung auf die Darmpilze der Probanden über längere Phasen dokumentiert und überprüft, wobei sich herausstellte, dass es keinen objektiven Zusammenhang zwischen den vorhanden oder nicht vorhandenen Darmpilzen gibt. Bei einer echten systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Mykose handele es sich immer um einen Immundefekt des Patienten, der den Pilzen erst den Weg in den Körper frei gemacht hat. Hier nun auch noch eine Diät zu verschreiben, die dem Körper wichtige lebensbestandteile wie Kolenhydrate und Fruchtzucker entzieht, würde jede Immunschwäche weiter verstärken.
Die deutsche gesellschaft für ernährung warnt schon lange vor Anti-Pilz-Diäten, diee sich jedoch wie viele Ammen-Mythen sehr hartnäckig halten. (Mehr Informationen)
Man sollte daher vor der Anwendung einer solchen Diät (insbesondere bei Kindern) das Nutzen-Risiko-Verhältnis eingehend prüfen und jede einschränkende Diät im Falle eines Immundefektes vermeiden.

