Bissverletzungen durch Tiere
Beißende Tiere, und blutnaschende Insekte bringen manchmal Parasiten, Viren und Bakterien mit. Gliederfüßler (Insekten, Spinnen und andere Kleintiere) können unterschiedliche Krankheitserreger übertragen: Die Anophelesmücke verbreitet Malaria, andere Mücken Gelbfieber, Dengue-Fieber, virusbedingte Gehirnentzündungen, Filariasis. Fliegen können übertragen: Onchozerkose (eine Gruppe von Wurmkrankheiten), Leishmaniose (verschiedene, durch einzellige Flagellaten hervorgerufene Infektionen: 1. Orientbeule = Aleppobeule, 2. Kala-Azar bei Blutbefall); die afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis). Die Chagras-Krankheit (amerikanische Schlafkrankheit) wird von infizierten Wanzen. Flöhe übertragen Fleckfieber, Rückfallfieber und die Pest, die noch einzelnen Gegenden vorkommt. Nicht immer spürt man den Stich oder Biss eines Insektes. Und wenn, dann ist es auch schon zu spät.Inhaltsverzeichnis
Bienen, Wespen und Hornissen
stechen mit einem Stachel im Hinterleib und injizieren dabei den Giftstoff.Vorbeugung
Nahrungsmittel, besonders süße Früchte, vom Aufenthaltsort entfernt aufbewahren. In der Nähe von Bienen- oder Wespennestern soll man sich nur sehr langsam und bedächtig bewegen. In einem Bienen- oder Wespenschwarm sofort Mund und Nase bedecken und sich zügig entfernen. Auch süßliche Parfüme enthalten Duftsubstanzen aus Blüten und können Insekten anlocken.Symptome
Es schmerzt sofort, die Stichstelle schwillt an, rötet und erwärmt sich und beginnt zu jucken. Im Falle einer Allergie gegen ein bestimmtes Insektengift entwickeln sich innerhalb von Minuten heftige Reaktionen: Quaddeln erscheinen, Kurzatmigkeit, Schwäche, manchmal bis hin zu Halsschwellung, Übelkeit und Kreislaufkollaps.Behandlung
Zur Behandlung mit feuchten Kompressen oder Eis kühlen. Das Eis aber nicht direkt auf die Haut legen, mit zusätzlichen Erfrierungen ist auch nichts gewonnen. Stärkere Rötung mit Juckreiz oder Schmerzen bessern sich oft unter einreiben mit einer Zwiebelscheibe (oder Knoblauch), die desinfizierend und entzündungshemmend wirkt. Gegen extremen Juckreiz über die Stichstelle selbst hinaus kann man, wenn es sein muss, Antihistamintabletten geben. Bei Wespen und Bienen bleibt der Giftsack mit dem Stachel oft an der Haut zurück, wenn das Insekt entfernt wird. Mit einer Pinzette wird nur noch mehr Gift in die Haut gedrückt. Deshalb am besten den Sack mit einem Rasiermesserchen und ruhiger Hand abschneiden. Der kleine Stachelrest richtet in der Haut dann weniger Schaden an und wird in einigen Tagen von alleine ausgestoßen, falls er allein sich dann nicht mehr mit der Pinzette packen lässt.Treten über die Stelle des Einstichs hinaus zusätzlich allgemeine körperliche Symptome auf (Quaddeln, Kurzatmigkeit, Schwäche, Halsschwellung, Übelkeit und Kreislaufkollaps), muss sofort ein Arzt her (Notfallbehandlung siehe Kap. Notfälle, Atemnot, Einengung der Atemwege). Ist eine Allergie schon bekannt, wird in solch schweren Fällen die Druck/Ruhigstellungsmethode angewandt (siehe oben bei Schlangenbisse), in der Hoffnung die Giftresorption ausreichen zu verzögern.
Käfer
können eine Substanz abgeben, die die Haut stark reizt. Über eine Rötung hinaus können auch Blasen entstehen, die nicht besonders schmerzhaft sein müssen. Die Behandlung erfolgt wie bei ((Verbrennung|Verbrennungen).Sandfloh (Tungiasis)
Im tropischen Amerika, Afrika und Indien leben Sandflöhe. Sie bohren sich Barfüßigen in die Haut zwischen den Zehen, unter den Fußnägeln und überhaupt an den Füßen. Höhergelegene Partien erreichen sie nicht so gut. Ein Sandfloh erzeugt nach einigen Tagen ein kleines Knötchen. In der Öffnung in der Mitte kann man ihn manchmal sehen. Das Knötchen juckt, kann sich entzünden und schmerzen. Am besten erwischt man den Floh, bevor er sich ganz in die Haut gebohrt hat. Dann kann man ihn am einfachsten mit einer ausgeglühten, sterilen Nadel herausheben. Sonst wie eine Zecke (siehe unten) mit Öl, Klebstoff o.ä. ersticken und dann ausgraben. Aber auch ohne Behandlung kommt er heraus, wenn er sich satt gefressen hat. Ein toter Floh, der sich nicht entfernen ließ, wird vom Körper unter Zerfall des Knötchens ausgestoßen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf.Skorpione
Symptome
Mit einem Stachel am Schwanz bewaffnet, leben sie in Wüsten und warmen tropischen Klimazonen, verborgen unter Steinen und dergleichen. Wenn er sich bedroht fühlt, schlägt ein Skorpion mit seinem Schwanz blitzartig zu und injiziert ein Gift mit blut- und nervenschädigender Wirkung. Der Stich ist sofort äußerst schmerzhaft und nimmt bei Berührung noch zu. Weitere Symptome sind Erregung, Speichelfluss, Schwitzen, Taubheit und Zuckungen um den Mund, Übelkeit, Doppeltsehen, Nervosität, Muskelzittern, Krämpfe, Kurzatmigkeit, hoher Blutdruck, Lähmungen und eventuell Kreislaufzusammenbruch (Schock). Besonders schwer betroffen sind gewöhnlich kleine Kinder. Grundsätzlich gilt: je größer der Skorpion und je tropischer die Region, desto gefährlicher das Tier. Relativ harmlos sind die 3-4 cm großen Skorpione Südeuropas. Auch in Australien sind die Skorpione für Menschen nicht lebensbedrohlich. Gefährlich dagegen ist der afrikanische Dickschwanz-Skorpion, der bis zu 10 cm lang wird. In Mexiko sterben jährlich rund 1000 Menschen an Skorpionstichen.Behandlung
Den Stich mit Eiswasser kühlen, das lindert den Schmerz. Außerdem kann eine Menge Schmerzmittel nötig sein. Hier können starke Schmerzmittel (Tramal®, Fortral®) gegeben werden. Sonst gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Behandlung von Bienenstichen. Bei gefährlicheren Skorpionen wird der getroffene Körperteil ruhiggestellt. Krankenhäuser und Ärzte verfügen normalerweise über Gegengifte. Im Zweifelsfalle die Druck/Ruhigstellungsmethode anwenden.Spinnen
Berüchtigt ist die "Schwarze Witwe", die ca. 1 cm Körperlänge erreicht. Sie ist schwarz bis braun mit einer typischen roten sanduhrförmigen Zeichnung auf der Unterseite.Symptome
Die Biss-Stelle schmerzt nicht besonders bei wenig Schwellung und Rötung. Wenn viel Gift in die Wunde injiziert wurde, kommt es innerhalb von einer Stunde zu Muskelkrämpfen, besonders im Bauch und Rückenbereich, Muskelschmerzen, Taubheit und Zuckungen an den Füßen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber und hohem Blutdruck. Normalerweise erholt sich das Opfer innerhalb von 2 Tagen unter Behandlung. Gefahr besteht besonders für kleine Kinder und ältere Leute.Behandlung
Auch hier ist die Druck/Ruhigstellungsmethode (siehe oben bei Schlangenbisse) wirksam, dann die Bissstelle mit Eiswasser kühlen und anschließend schnelle Behandlung durch einen Arzt oder im Krankenhaus. Für schwere Fälle ist ein Gegengift erhältlich. Die Symptome sind bei anderen Spinnenarten ähnlich, gelegentlich auch gefährlicher. Manche Arten können auch lokale Gewebszerstörungen hervorrufen, die bis zu 2 Wochen zur Abheilung brauchen.Zecken
kommen in fast allen Wäldern und Feldern vor. Sie lassen sich gezielt fallen, bohren sich in die Haut und saugen sich über einige Tage mit Blut voll. Am einfachsten entfernt man eine Zecke, indem man sie möglichst dicht an der Haut anfasst und sie mit einer Pinzette - notfalls tun es auch Fingernägel - unter Drehung gegen den Uhrzeigersinn ruckartig herauszieht. Wenn sich die Zecke schon tief eingegraben hat, kommt sie mit dem Kopf heraus, wenn man ihr mit einem heißem Streichholz am Hinterteil einheizt, oder besser, wenn man sie erstickt, indem man sie mit Öl, Alkohol oder einer Salbe bedeckt. Anschließend untersucht man die Bissstelle, ob noch Teile des Tiers zurückgeblieben sind. Diese kann man vorsichtig auskratzen. Sonst kommen die Reste in einer Eiterperle von allein nach einigen Tagen heraus. In Australien und anderen warmen Ländern können einige Zeckenarten ein lähmendes Gift abgeben, das Abgeschlagenheit und Muskelschwäche hervorruft. Bei Schwächeerscheinungen sollte man an diese Möglichkeit denken und die Haut mitsamt den behaarten Teilen absuchen. Die Zecke wird dann nicht mit der Pinzette gegriffen, da sie dabei ausgequetscht wird. Sie wird entweder mit einer kleinen spitzen Schere ausgehoben oder erstickt. Die Erholung erfolgt innerhalb von 2 Tagen.

