Ekzem
Reaktion der Haut auf einen schädigenden Reiz. Ein Ekzem kann durch eine Allergie ausgelöst werden (Kontaktekzem), aber auch durch mechanische (Scheuern, Kratzen) oder chemische Reize (Seife, Lösungsmittel) (toxisch-degeneratives Ekzem).Symptome
Mit einem Ekzem reagiert die Haut insbesondere auf Allergien und auf chronische, also langandauernde Reizungen. Die Symptome eines Ekzems sind die Rötung, eine leichte Schwellung, feine Knötchen, insbesondere der Juckreiz und später die Abschuppung der Haut. Bei sehr großer Belastung der Haut treten nässende Ekzeme auf, also flächige Hautareale, in denen die Haut so sehr geschädigt ist, dass die Körperflüssigkeit austritt und - noch schlimmer - Krankheitskeime eindringen können.Vorbeugung
Ekzemneigung und trockene Haut treten gemeinsam auf, denn trockene Haut zeigt sich empfindlicher als fettige Haut gegenüber Reizungen und Ekzemen. Das wichtigste Mittel für Vorbeugung und Linderung von Ekzemen ist das Fett: So darf die Haut auf keinen Fall entfettet werden, sondern muss stattdessen von außen Fett dazu bekommen. Waschen, Duschen und Baden entzieht nun der Haut Fett und belastet so die trockene oder ekzematische Haut über Gebühr. Nach dem Duschen oder Baden muss die Haut ihr Fett wieder zurückbekommen, denn andernfalls trocknet sie unnötig aus, weil sich die oberste Hornschicht auf der Haut beim Baden und Duschen mit Wasser vollsaugt. Anschließend verdunstet das Wasser, und die Haut bleibt trockener als zuvor zurück, falls sie nicht sofort abgetrocknet und sorgsam eingecremt wird.Vorbeugung bedeutet hier auch, die Haut vor Belastungen zu schützen. So ist es allemal gesünder, die Hausarbeit in Gummihandschuhen zu erledigen, anstatt der Haut an den Händen durch Haushaltsreiniger und andere Fettlöser auszutrocknen, um sie hinterher wieder einzucremen. Denn die beste Creme nachher schützt niemals so gut wie das hauteigene Fett, wenn es denn nur in der Haut bleiben darf.
Wer um seine sensible Haut weiß, wird natürlich freundlich zu ihr sein und sie nicht durch rauhe, scheuernde Textilien wie Wolle provozieren. Angenehmer und hautfreundlicher trägt sich dagegen Unterwäsche aus Baumwolle, Seide oder Viskose. Außerdem sollte die Kleidung nicht zu eng auf der Haut aufliegen, denn das mindert die Luftzirkulation. Dort würde sich Schweiß sammeln, die Haut würde feucht und dadurch angreifbar.
Zu beachten: Die meisten neuen Textilien, frisch aus dem Laden, bersten geradezu vor Chemikalien, von Resten von Pflanzenschutzmitteln und Insektengiften, Chemikalien aus dem Verarbeitungsprozess bis hin zu überschüssigen Farbstoffen. Brandneue Kleidung sofort zu tragen wäre bodenloser Leichtsinn. Neugekaufte Textilien gehören in die Waschmaschine, um Chemikalien auszuspülen. Anschließend sollten keine neuen Chemikalien wieder in die Kleidung hinein: Weichspüler bleiben im Gewebe, und all' die Substanzen für die Frühlingsdüfte kämen mit der sensiblen Haut in Kontakt.
Behandlung
Es hätte allerdings unangenehme Nebenwirkungen, sich gar nicht mehr zu waschen. Clever dagegen ist es, aus dem Problem "Waschen" die Lösung "Nachfetten" zu machen, indem man die Haut gleich mit dem Baden oder Waschen fettet: mit Hilfe eines milden, stark rückfettenden Seifenersatzes oder besser eines Ölbades. Ein Ölbad legt einen Film auf die gesamte Haut, der sie vor dem Austrocknen schützt. Solch ein Vollbad reinigt nicht nur, sondern pflegt die Haut und lindert obendrein Ekzeme. In der Apotheke gibt es Ölbäder auf pflanzlicher Basis: So enthält Balneum Hermal® als Wirkstoff Sojabohnenöl; Balneum Hermal F® basiert auf Erdnussöl und dünnflüssigem Paraffin. Ein Ölbad verwendet man normalerweise alle zwei bis drei Tage, bei Bedarf auch öfter. Wer lieber duscht, braucht auf ein Ölbad nicht zu verzichten: Das Präparat lässt sich auch direkt auf die feuchte Haut auftragen und anschließend abduschen.Tipps zum Ölbad
- Um das Ölbad optimal zu nutzen, sollte das Badewasser nicht zu warm sein, denn oberhalb von 36 Grad Celsius lässt die rückfettende Wirkung langsam nach.
- Falsch wäre es, sich nach dem Baden oder Duschen mit Ölbad zusätzlich abzuseifen. Denn die Seife würde viel von dem wohltuenden Fett wieder aus der Haut herauslösen.
- Auch mit dem Handtuch könnte man die Haut schließlich entfetten: durch kräftiges Abrubbeln. Nach einem schön entspannenden Ölbad - oder Duschen mit dem Ölbad - empfiehlt es sich daher, die Haut lediglich sanft abzutrocknen, abzutupfen.
Kontaktekzeme
Es ist den Wissenschaftlern ein Rätsel, wie zum Beispiel Metalle wie Nickel zu allergischen Reaktionen der Haut führen können. Denn für diese kleinen Atome müsste das Immunsystem eigentlich blind sein. Möglicherweise verbinden sich die Metalle mit körpereigenen Eiweißen und verändern sie, so dass sie Allergien auslösen können. Gleichwohl kennen es viele: es entstehen Ekzeme, Rötungen und Hautreizungen unter dem Verschluss der Armbanduhr, unter dem Fingerring, wo die Ohrringe durch das Ohrläppchen gezogen sind oder unterhalb des Bauchnabels, wo der Jeansknopf auf der Haut aufliegt.Übersicht: die häufigsten Auslöser von Kontaktallergien
- Kleider und Schmuck: Nickel, Chromat, Kobalt, Gummi, Formaldehyd, Farbstoffe
- Kosmetika: Inhaltsstoffe von Seifen, Lotionen usw., Parfümöle, Nagellack,
- im Haushalt: Waschmittel, Schuhcreme
- beim Friseur: Haarfarben, Bleichmittel, Gummi, Dauerwellfüssigkeit
- bei Pflegeberufen: Desinfektionsmittel, Antibiotika, Salben, Cremes, Konservierungsmittel
- in der Landwirtschaft: Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmittel, Medikamente aus Tiermast und -haltung
- Verursacht der nickelhaltige Jeansknopf auf der nackten Haut die Allergie, so muss etwas zwischen Haut und Knopf. Oder ein Kunststoffknopf muss die Hose zusammenhalten oder auch ein konventioneller Knopf, angenäht mit Zwirn.
- Reizt der Verschluss oder die metallene Unterseite der Armbanduhr die Haut, wirkt eine Schicht Nagellack auf dem Metall Wunder. Farbloser Lack fällt gar nicht auf. Von Zeit zu Zeit muss diese Lackschicht erneuert werden, weil sie zerkratzt, absplittert und sich durchschleift.
- Können Haut und Metall nicht getrennt werden durch eine Lage Textilien oder Klarlack, dann muss das störende Stück Metall halt weg. Der Schmuck muss in der Schatulle bleiben oder durch Ausführungen aus edlerem Metall ersetzt werden.
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