Gefahren am und im Wasser
In den gefährdeten Gebieten sollte der Kontakt mit stehendem und fließendem Süßwasser vermieden werden. Es besteht die Gefahr, dass sie mit Schnecken als Zwischenwirt der Bilharziose oder auch mit Abwässern oder Tierurin (Leptospiren) verseucht ist. Als sicher kann nur gechlortes Wasser im Schwimmbecken gelten. Verunreinigtes Wasser kann Augen-, Ohr- und Darminfektionen verursachen. Schuhe im Wasser bieten Schutz gegen stechende Fische, die sich im Sand verbergen können, gegen scharfe und giftige Korallen, Seeigel und ähnliche Bösewichte.Inhaltsverzeichnis
Wellen
Wenn sich hohe Wellen direkt am Strand brechen, lässt sich daraus schließen, dass der Grund steil abfällt. Hier wurden schon viele ernsthafte Hals- und Wirbelsäulenverletzungen bis hin zu Querschnittslähmungen verursacht, wenn unvorsichtige Opfer gegen so eine Unterwasser-Klippe geschleudert wurden. Hohe Wellen können sich in Strandnähe ebenfalls überschlagen und zu ernsthaften Verletzungen führen. Ein Bad in der Brandung erfrischt ungemein. Aber eine kräftige Welle kann allemal erst die Beine wegreißen und dann im Gebraus unter Wasser die Orientierung von Oben und Unten nehmen.Wellen an Felsenküsten
Niemals bei starkem Seegang in der Nähe von Felsen oder felsigen Küsten schwimmen. Von einer Welle auf den Felsen oder gegen den Felsen geschleudert, kommt oft jede Hilfe zu spät. Unbedingt auch darauf achten, nicht in das nasse Gebiet auf dem Felsen zu gehen, da dort die Wellen auflaufen und Passanten die Füße wegziehen können.Strömungen
Parallel zur Küste oder auch von der Küste weg können Wassermassen strömen, die wesentlich schneller als ein Schwimmer sind. Oft kann man diese durch ihre Turbulenzen mit unregelmäßiger Wasseroberfläche erkennen.Ertrinken
oder auch Ersticken unter Wasser beruht auf verschiedenen Einwirkungen: Beim Ertrinken erfolgt der Tod durch Sauerstoffmangel. Dazu kommt es entweder, weil sich die Stimmritze bei dem Kontakt mit dem kalten Wasser krampfartig verschließt und die Atemwege nach unten hin abschließt oder weil sie es eben nicht tut und die Lunge durch das eindringende Wasser gestört wird und nicht mehr ausreichend Sauerstoff ins Blut übergehen kann. Der Verunglückte hat eine blässlich blaue bis graue Hautfarbe und ist außerdem meistens unterkühlt. Zusätzlich können auch Verletzungen oder Herz- oder Schlaganfall eintreten. Sind die Pupillen weit gestellt und reagieren nicht auf Licht, leidet das Gehirn an Sauerstoffmangel, der in der ersten Minuten noch reversibel ist.Wiederbelebungsmaßnahmen
Die Erste Hilfe besteht darin, dass sofort jemand Hilfe holt, sofern man zu zweit ist. Sonst hat die Wiederbelebung Vorrang: Die Atmung kontrollieren, indem auf einen Luftstrom an Mund und Nase geachtet und die Bewegung des Brustkorbs beobachtet wird. Der Mund des Opfers muss von Schmutz, Erbrochenem oder Zahnprothesen befreit werden. Den Kopf bergab lagern, so dass das Wasser abfließen kann. Wenn keine spontanen Atembewegungen erkennbar sind, muss mit Mund- zu- Mundbeatmung und bei Kindern mit Mund- zu- Mund und- Nasebeatmung begonnen werden. Dann muss der Puls gefühlt und, wenn sicher keine Herzaktivität zu finden ist, Herzmassage beginnen. Wenn das Opfer dabei erbricht, z. B. weil es vorher gegessen oder sehr viel Wasser geschluckt hatte, muss es auf die Seite und der Kopf in den Nacken gelegt werden, damit die Flüssigkeit abfließen kann. Bei Einatmen der Flüssigkeit droht der Tod durch eine schwere Lungenentzündung, falls das Ertrinken überlebt wurde. Anschließend wieder den Mund säubern und wieder mit der Mund- zu- Mundbeatmung weitermachen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen müssen in jedem Falle durchgeführt werden, da die Überlebenszeit umso länger wird, je kälter das Wasser ist. Es ist schon über Fälle berichtet worden, in denen Kinder 3O Minuten in kaltem Wasser gelegen haben und anschließend wiederbelebt werden konnten. Auch wenn dem Verunglückten wieder besser wird, sogar wenn er sich vollständig in Ordnung fühlt, muss er noch in einem Krankenhaus oder von einem Arzt untersucht werden, denn schwere Lungenstörungen können noch nach einiger Zeit auftreten. Beim Auftreten von Kurzatmigkeit und Husten ist größte Eile geboten.Vorbeugung gegen Gefahren im Wasser
- Am besten nur an bewachten Stränden schwimmen.
- Nie alleine schwimmen.
- Nicht in flaches oder unbekanntes Wasser springen.
- Wenn man nicht mehr schwimmen kann oder durch starke Strömung abgetrieben wird, sofort um Hilfe rufen.
- Nicht versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen, weil dabei nur unnötig Kraft verschwendet wird. Sinnvoll ist nur, quer zur Strömung zu schwimmen, um aus ihr heraus zu kommen.
- Niemals gleich nach dem Essen ins Wasser gehen, denn erstens ist der Kreislauf mit der Verdauung beschäftigt und lässt keine Kraft mehr zum Schwimmen und zweitens kann man beim Aufstoßen erbrechen und sich verschlucken. Ein starker Hustenanfall im Wasser ist lebensgefährlich. Außerdem sind die Wiederbelebungschancen bei vollem Magen schlecht, weil bei der künstlichen Beatmung Mageninhalt erbrochen wird und in die Atemwege gelangt.
Verletzungen durch Meerestiere
Haie
Nur einige Haiarten (Blauhai, Weißhai), vorwiegend an subtropischen und tropischen Küsten, können Menschen gefährlich werden. Andere werden systematisch von Menschen gejagt und gegessen (Dornhai, Katzenhai, Heringshai, Hammerhai). Im Falle eines Falles aber fügen sie sehr große, stark blutende Verletzungen zu. Kaum je wird ein Mensch komplett von einem Hai verspeist, tödlich wirkt fast immer nicht die eigentliche Verletzung, sondern der Blutverlust. Kleinere Verletzungen müssen ausgewaschen und verbunden werden. Dann muss das Opfer sofort in ärztliche Behandlung, denn es können unangenehme Infektionen durch Schmutz an ungeputzten Haizähnen entstehen. Diese Wunden dürfen auf keinen Fall verschlossen werden. Auch wenn Haie nicht beißen: Allein die raue Haut der Haie kann schon schlimme Schürfwunden hervorrufen.Vorbeugung: Es ist selbstverständlich, dass man Hai-gefährliche Gewässer meidet, speziell bei Dämmerung und bei Nacht. Nur ein Selbstmord-Kandidat wird ein Bad nehmen in der Nähe von Fütterungsstellen von Haien, z.B. Schifffahrtslinien, die ihre Abfälle über Bord werfen. Niemals alleine schwimmen, immer nur in Gruppen, denn Haie greifen erfahrungsgemäß am liebsten einzelne Schwimmer an. Besonders appetitlich scheint auf Haie die Silhouette eines einzelnen, männlichen Surfers zu wirken. Die jedenfalls sind am häufigsten die Opfer von Hai-Attacken. Beim Tauchen steile Abhänge und trübes Wasser meiden. Niemals darf man potentielle Beute für Haie wie gefangene Fische bei sich führen, womöglich noch am Körper. Und natürlich ist ausdrücklich davon abzuraten, Haie zu provozieren. Wenn ein Hai erscheint, das Wasser mit langsamen, bedächtigen Bewegungen verlassen und nicht zappeln wie ein Fisch an der Angel. In tiefem Wasser wende man dem Hai nicht den Rücken zu und sucht sich nach Möglichkeit einen Schutz im Rücken. Experten empfehlen, einem heranschleichenden Hai fest auf die Nase zu schlagen. Manchmal würden sie sich dadurch cheap vacation packages abschrecken lassen, heißt es. Erfahrungsberichte liegen nicht vor.
Korallen
Schnittwunden und Kratzer von scharfen Korallen werden kräftig ausgewaschen und ausgespült. Zur Desinfektion anschließend mit 3%iger Wasserstoffsuperoxydlösung spülen. Den Verband kann man mit einer antibakteriellen Salbe anlegen, wenn man die Wunde nicht offenlassen möchte (z.B. weil der Rucksack scheuert). Die Wunde soll 1-2 mal am Tag mit Wasser gereinigt werden, wenn sie nicht ganz sauber und reizfrei erscheint. Bei ausgeprägten Entzündungszeichen (Rötung, Schmerzen, Schwellung, Überwärmung) eine antibiotische Behandlung z.B. mit Bactrim forte® beginnen.Quallen
In ihren Tentakeln haben die unzähligen Quallenarten - manche mehr, manche weniger - Mengen von giftbeladenen Zellen, die bei Berührung aufplatzen und das Gift in die Haut injizieren. Die Folgen hängen ab von der Größe und Art der Qualle und der Jahreszeit. Die Palette der Symptome reicht von leichtem Brennen und Hautrötung bis zu stärksten Schmerzen, Blasenbildung und schweren allgemeinen Krankheitserscheinungen. Auch tote Quallen am Strand können noch ausreichende Giftmengen enthalten. Besonders gefährlich ist eine Quallenart, die hauptsächlich vor Nordaustralien vorkommt, die Kastenqualle (Box Jellyfish), auch Seewespe (Sea Wasp) genannt. Sie hat lange Tentakel, die von der Außenseite des Quallenkörpers ausgehen. Eine Berührung mit diesem Tier kann unter Umständen in Minuten durch Atemlähmung und Herzrhythmusstörungen zum Tode führen.Behandlung: Als generelle Behandlungsrichtlinie bei Verletzungen durch Quallen gilt: Sofort 5%igen Essig (z.B. Haushaltsessig) über die betroffenen Hautstellen gießen. Der Essig inaktiviert das Gift. Erst danach kann man die Reste von den Tentakeln mit einem trockenen Handtuch abwischen, ohne dass noch mehr Giftzellen platzen evening dresses. Alkohol, Benzin und dergleichen schadet nur. Wenn es sich um eine Kastenqualle handelte oder der Verdacht besteht, sofort in ein Krankenhaus gehen. Dort ist ein Gegengift vorrätig. Feine Reste von weniger gefährlichen Quallen können, wenn nötig, mit einem Nassrasierer und Schaum entfernt werden. Linderung bringen Kamillenumschläge oder einfache kalte Wickel. Stärker dämpft Cortisoncreme starke Entzündungszeichen der Haut, falls nötig. Bei ernsthaften Krankheitserscheinungen (Übelkeit, Erbrechen, Schwächegefühl, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen) oder wenn große Flächen betroffen sind, es sich um ein kleines Kind oder einen schwachen Menschen handelt, muss schnell ein Arzt aufgesucht werden. Ist dies in Notfällen nicht schnell möglich, muss mit Cortison behandelt werden: am besten intravenös (z.B. Soludecortin H® 200 mg), sofern möglich. Diese Behandlung ist besonders wichtig bei Schwellungen im Mund- und Rachenbereich und/oder Atemschwierigkeiten. Der Betroffene muss nüchtern bleiben bis sich die Symptome deutlich bessern, weil sonst die Gefahr besteht, dass er erbricht und Erbrochenes einatmet.
Rochen
Tritt man im Wasser auf einen Rochen, schlägt der mit seinem Giftstachel am Schwanz zu. Die Schmerzen können extrem stark sein und das Gift kann Schwächegefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen, Ohnmacht, Atemnot, Lähmungen und selten den Tod verursachen. Normalerweise sind Beine und Füße betroffen, wenn man auf einen im Sand versteckten Rochen tritt.Behandlung: Die Wunde sofort mit Wasser, auch Seewasser, kräftig ausspülen. Schmerzerleichterung bringt möglichst heißes Wasser, in dem der Fuß für eine Stunde gebadet wird. Hitze vermag oft Gifte von Meerestieren zu inaktivieren. Die Wunde darf nicht verschlossen werden. Wenn voraussichtlich mehr als 6 Stunden bis zum nächsten Arzt vergehen, vorsichtshalber eine antibiotische Behandlung mit Bactrim forte® beginnen. Wenn das Opfer bei Bewusstsein ist, dürfen Schmerzmittel gegeben werden.
Schwämme
Mit bloßen Händen berührt, können lebende Schwämme allergische oder Reizerscheinungen hervorrufen. Ihre extrem feinen Siliziumstacheln brechen in der Haut ab. Die betroffene Hautpartie reagiert mit Rötung, Brennen, Juckreiz und Schwellung.Behandlung: Die trockene Haut kann man von dem größten Teil der kleinsten Stacheln befreien, indem man ein Klebeband auf die Haut klebt und wieder abzieht. Hautreizung kann man mit feuchten Kompressen, mit Kamillenumschlägen und Eichenrindenaufguss behandeln. Falls nicht ausreichend wirksam, kann eine cortisonhaltige Creme lindern. Wenn Rötung und Schwellung zunehmen, Blasenbildung und geschwollene Lymphknoten dazukommen, sollte wegen der sich ankündigenden fat loss Entzündung mit Bactrim forte® oder Augmentan® oder Cephalosporinen behandelt werden.
Seegurken
sind wurstförmige (etwa 5-7 cm Durchmesser), meist bräunliche Meerestiere, die auf dem Grund leben. Sie scheiden eine Flüssigkeit aus, die Haut und Augen reizt. Hautreizungen werden wie bei den Schwämmen behandelt (siehe oben). Nach Augenverletzungen müssen die Augen sofort mit Wasser - auch Meerwasser - gespült werden, anschließend sollte sich ein Arzt das betroffene Auge unter die Lupe nehmen.Seeigel
Die scharfen Giftstachel des Seeigels durchdringen die Haut und brechen ab. Es entstehen sehr schmerzhafte Wunden. Kräftige Ausführungen von Seeigelstacheln können sogar Gummischuhe und Schwimmflossen durchbohren. Bei größeren Verletzungen oder sehr vielen Stacheln kann es selten auch zu Atemnot und Kreislaufproblemen kommen. In diesem Falle einen Arzt aufsuchen. Selten muss mit Cortison behandelt werden, dann am besten intravenös (z.B. Fortecortin® 200 mg). Das gilt besonders, wenn durch die allgemeine Giftwirkung zusätzlich Schwellungen im Mund- und Rachenbereich und/oder Atemschwierigkeiten auftreten. Der Betroffene muss auch hier nüchtern bleiben, bis sich die Symptome deutlich bessern, da sonst die Gefahr besteht, dass Erbrochenes eingeatmet wird. Schmerzen lassen sich gut mit einem Fußbad in möglichst heißem Wasser lindern. Zusätzlich dürfen Schmerzmittel gegeben werden. Sichtbare Stacheln kann man vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Aus der Haut lassen sich tiefer eingedrungene nur operativ entfernen, da die Stacheln sehr leicht abbrechen. Normalerweise regelt der Körper das Problem von selbst, indem er eine kleine Eiterperle um den Fremdkörper bildet und ihn dann ausstößt. Ärztlich Hilfe wird notwendig, wenn die Stacheln in der Nähe eines Gelenkes in die Haut eingedrungen sind oder sich stark entzünden.Seeschlangen
Die wenigen Seeschlangen, die es auf der Welt gibt, kommen im Pazifik und im Indischen Ozean vor. Die Seeschlangen haben wie Landschlangen 2, 3 oder 4 spitze Giftzähne mit einem sehr starken Gift, das Lähmungen, den Zerfall von roten Blutkörperchen und Muskelschäden bewirkt. Beißen können Seeschlangen nur im Wasser. An Land leben die Tiere nicht lange. Jedoch kann man in Mangroven-Wäldern auch auf Seeschlangen stoßen.Symptome:Der Biss einer Seeschlange ist nicht sehr schmerzhaft. Erkennungszeichen sind die Bissmarken mit den kleinen Löchern. Weitere Symptome treten spätestens nach 6 Stunden ein: Schwäche, Lähmungen, Kieferklemme, herabfallende Augenlider, Sprachschwierigkeiten und Erbrechen. Als Hinweis auf den Zerfall roter Blutkörperchen wird der Urin dunkel und die Atmung schwerer.

