Gesundheitliche Gefahren auf Flugreisen

Wegen des erniedrigten Luftdruckes und Sauerstoffpartialdruckes im Flugzeug, der einer tatsächlichen Höhe von ca. 2500 Metern über NN entspricht, muss bei Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems und einigen anderen Erkrankungen wegen des großen Risikos abgeraten werden.

Inhaltsverzeichnis


Ohrenschmerzen beim Fliegen

Bei Infektionen der Atemwege oder Allergie-Neigung und Ohrinfektionen sollte man vor einer Flugreise ein Arzt fragen. Durch Infektion des Rachens oder des Mittelohres kann der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umwelt erschwert sein, so dass während des Steigens und besonders während Sinkens des Flugzeuges Schmerzen im Mittelohr auftreten. Abschwellende Nasentropfen, entgegen dem Anstand durch die Nase hochgezogen, können auch die Rachenschleimhaut zum Abschwellen bringen und so Erleichterung schaffen. Die Eustachische Röhre, der Verbindungskanal zwischen Mittelohr und Rachenraum, kann auch geöffnet werden durch Schlucken und Trinken von Flüssigkeiten oder durch Pressen mit den Lungen gegen die zugehaltene Nase. Babys ahnen davon nichts, darum sollten sie am besten während des Steigens oder Sinkens gestillt werden oder eine Flasche bekommen, um den Druckausgleich durch ständiges Schlucken zu gewährleisten. Der Kabinendruck im Flugzeug entspricht normalerweise dem von etwa 2500 Metern über Meereshöhe. Personen mit Lungenemphysem (Lungenüberblähung), mit Einschränkung der Atemkapazität auf weniger als 50% oder hohem Kohlendioxidspiegel im Blut sollten auf jeden Fall vorher ihren Arzt fragen. Zu Bauchschmerzen kann es kommen, wenn ein chirurgischer Eingriff am Bauch nicht länger als zwei Wochen zurückliegt. Durch die Verringerung des Außendruckes dehnen sich die normal vorhandenen Darmgase entsprechend aus und können zu Spannungen und Schmerzen führen. Bei Tauchern können Schäden nach Art der Taucherkrankheit ausbrechen, wenn der letzte Tauchgang nicht wenigstens 24 Stunden zurückliegt. Denn solange kann noch vermehrt Stickstoff im Blut gelöst sein und sich durch den abnehmenden äußeren Luftdruck ausdehnen und Gasblasen im Blut bilden. Wenn sich diese Gasblasen in verschiedenen Geweben ansammeln, bewirken sie Schmerzen und Schäden. Durch den verminderten Außendruck können Krampfadern besonders schmerzen. Sie schwellen stärker als gewöhnlich, bis zum Anschwellen der gesamten Unterschenkel. Abhilfe bringen elastische Binden, die vom Vorfuss bis zum Knie gewickelt werden. Zusätzlich sollten die Beine ab und zu durch ein paar Schritte im Gang bewegt werden.

Venenentzündung (Thrombophlebetis)

Die Entzündung der oberflächlichen Venen, meist am Unterschenkel, kann durch Verletzungen verursacht sein, aber auch durch langes Sitzen im Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto, oder andere Risikofaktoren wie z.B. Schwangerschaft, die Pille, Rauchen und Krampfadern. Die Symptome: Örtliche Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen. Unter der Haut ist ein mehr oder weniger langer, derber Strang tastbar. Eine oberflächliche Venenentzündung wird behandelt durch festes Wickeln der Beine mit einer elastischen Binde und Bewegung.

Jet Lag

Bei Zeitverschiebungen bis zu zwei Stunden vermag ein Körper ohne Störungen seine "innere Uhr", seinen Zeitrhythmus nachzustellen. Größerer Zeitunterschied zwischen Start und Ziel beeinträchtigt das Wohlbefinden. Schlafmangel kann entstehen, weil der Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird; zusammen mit der Belastung durch den schnellen Klimawechsel führt die Umstellung zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, kurz, zum Jet Lag. An manchen geht der Jet Lag spurlos vorüber, andere leiden einige Tage an der Anpassung. Flugzeugbesatzungen betrifft es weniger, da sie ihren Zeitrhythmus nicht entscheidend verändern müssen, sondern zurückfliegen. Ein Reisender, der in der neuen Zeitzone bleibt, kann seinen Schlafrhythmus mit Medikamenten in die neue Bahn zwingen: Bei Flügen nach Westen helfen Durchschlafmittel (Neodorm®, Mogadan®, Rohypnol®), bei Flügen nach Osten Einschlafmittel (Dormicum®, Trecalmo®). Aber es geht auch einfacher: Am Abend ein Becher warme Milch oder ein Glas Bier, nicht zu kalt, erleichtert das Einschlafen. Und am Morgen hilft ein Kaffee beim Aufstehen. Die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit ist in den ersten vier Tagen in einer neuen Zeitzone eingeschränkt. Wichtige Entscheidungen, Verhandlungen, Prüfungen, Wettkämpfe unternimmt man in diesen Tagen besser nicht. Wer es sich leisten kann, beginnt schon einige Tage vor dem Interkontinentalflug, den Rhythmus anzupassen: Dazu vor Reisen nach Osten jeden Tag eine Stunde früher ins Bett gehen und früher aufstehen. Bei Reisen nach Westen jeden Tag eine Stunde später ins Bett gehen und auch eine Stunde später aufstehen.
Die Antibabypille muss auch an die Zeitverschiebung angepasst werden. Wenn der Tag mehr als acht Stunden länger wird, nimmt man eine Pille extra.

Verbot von Flugreisen

Flugreisen sollten nicht unternommen werden von Personen:
  • die einen Herzinfarkt innerhalb der letzten sechs Wochen erlitten hatten,
  • die einen Schlaganfall innerhalb der letzten zwei Wochen erlitten hatten,
  • mit schlecht eingestelltem Bluthochdruck,
  • Epileptiker mit Anfallsrisiko,
  • Patienten mit schwerer Anämie oder anderen starkem Blutbildveränderungen (Sichelzellanämie, hämolytische Anämie),
  • schwangere Frauen mit komplizierter Schwangerschaft oder Fehlgeburtneigung,
  • schwangere Frauen nach dem 8. Monat.

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