Heuschnupfen

alias Allergische Rhinitis, Rhinitis allergica, Allergischer Schnupfen
Der Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf verschiedene staubförmige Stoffe: Pflanzenpollen, Hausstaub, Milben, Tierhaare und Blüten.
Genau genommen müsste der Heuschnupfen "Pollenallergie" heißen. Denn es sind die Pollen, die feinsten Pflanzensamen, die die allergischen Reaktionen wie Augenjucken und -tränen sowie die Schwellung der Nasenschleimhaut auslösen. Wer dagegen vorgehen will, muss -wie bei jeder Allergie - natürlich exakt wissen, welche Pollenarten in seinem speziellen Fall die allergischen Maleschen auslösen. Ein Blick in den Pollenflug-Kalender zeigt, welche Pflanzen zu welcher Jahreszeit ihre Samen in den Wind stäuben. Das kann schon einen ersten Hinweis auf die verdächtige Pollenart geben. Präzise Ergebnisse liefert dann ein Allergie-Test beim Hautarzt. Wenn dann die persönlichen allergieauslösenden Pollen identifiziert sind, lässt sich im Pollenflugkalender die Zeit der größten Gefahr einkreisen. Aktuellen Informationen zur Luftlage bietet zusätzlich der Deutsche Polleninformationsdienst über Info-Telefone und im Radio. In den Zeiten, in denen vor Pollen gewarnt wird, die die Allergie wieder losbrechen lassen, bleibt man möglichst in geschlossenen Räumen oder hält beim Autofahren wenigstens Fenster und Lüftung geschlossen. Kein Allergiker würde zur Blütezeit der für ihn riskanten Pflanzenarten durch die Wiesen und Wälder streifen. Doch auch in der Stadt bleibt die Belastung hoch, denn die Pollen fliegen viele -zig Kilometer im Wind. Schließlich haben die Pflanzen um der Arterhaltung willen ihre Flugsamen so klein und leicht gebaut und produzieren derart viele, so dass ihre Nachkommen auch in weiter Ferne einmal Wurzeln schlagen können. Haben die Pollen Saison, gibt es kaum ein Entrinnen. Am Meer oder in geschlossenen Räumen ohne viel Luftaustausch mit der Außenwelt ist die Pollenkonzentration allenfalls geringer. Um nach einem Tag voller Pollen, Augentränen und Schnupfen wenigstens eine ruhige Nacht zu genießen, empfiehlt es sich, abends die Haare zu waschen oder zumindest mit klarem Wasser durchzuspülen. Auf diese Weise wird man die winzig kleinen Quälgeister los, die während des Tages ins Haar geweht sind. Blieben sie darin, würden sie es sich auf dem Kopfkissen bequem machen und in der Nacht in die Nase steigen - mit den bekannten Folgen.

Ursache

Eigentlich müsste der Körper gar nicht so extrem auf ein paar harmlose Pollen reagieren, schließlich schaden die Pflanzensamen dem Körper nicht. Das Immunsystem reagiert so heftig, weil es die Pollen irrtümlich für Krankheitserreger hält. Es macht deshalb Sinn, bei schweren Allergie-Attacken die Reaktionen des Immunsystems zu zügeln. Dazu dienen Antihistaminika, also Wirkstoffe die das Entzündungs-Hormon Histamin und mit ihm auch die allergischen Reaktionen blockieren. Doch auf Dauer ist es keine Lösung, mit Medikamenten lediglich die Symptome zu bearbeiten. Stattdessen sollte das Übel, die fehlerhafte Immunreaktion, an der Wurzel angepackt werden, und zwar durch eine Hyposensibilisierungs-Behandlung. Dabei werden über einen längeren Zeitraum, etwa über drei Jahre, geringe Mengen der allergie-auslösenden Pollen gereicht. Mit langsam steigender Dosis gewöhnt sich der Körper allmählich daran und lernt, korrekt und gelassen damit umzugehen.

Symptome

Die Augen werden rot und tränen, die Nase läuft und zum Niesen kommt allgemeines Unwohlsein.
Niesen und Naselaufen sind natürliche Schutzreflexe: Mit dem Niesen versucht der Körper, Fremdstoffe ruckartig mit scharfem Luftstrom von den Schleimhäuten heraus aus der Nase zu entfernen. Ebenso das Naselaufen: die Überproduktion von Nasensekret soll die körperfremden Stoffe herausspülen.

Behandlung

Meistens genügt die Behandlung mit Antihistamintabletten (Omeril®, Tavegil® o.ä.). Als Nebenwirkung entsteht Müdigkeit. Wer will, kann zusätzlich auch nasenabschwellende Tropfen (Otriven®, Nasivin®, Privin®) nehmen. Wer diese Last schon kennt, kann vorbeugend Intal®-Spray anwenden. Eine Abklärung der Allergie beim Arzt und eine Behandlung sind nötig; der Erfolg einer langfristigen Therapie gegen Heuschnupfen ist umso besser, je eher sie anfängt.

DNCG

Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt mit Risikopollen kaum. Deshalb heißt der nächste Schritt: die allergischen Reaktionen dämpfen. Genau das leistet der Wirkstoff DNCG (Dinatrium chromoglicicum). Praktisch ohne bekannte Nebenwirkungen verhindert das DNCG die Ausschüttung des Entzündungshormons Histamin, das für die allergischen Symptome verantwortlich ist. Die Nachteile des DNCG: Bis es wirkt, vergeht ein Tag. Man muss es also vorausschauend einsetzen. Und wenn die Wirkung eingesetzt hat, dauert die Linderung nur einige Stunden an, so dass man es im Falle von Heuschnupfen mindestens viermal am Tag in die Nase einsprühen muss.
Diese Symptomabwehr ist eine sinnvolle, einfache Hilfe für alle,
  • bei denen der Heuschnupfen nicht länger als zwei Wochen im Jahr Ärger bereitet,
  • die noch keine Hyposensibilisierungsbehandlung begonnen haben oder
  • bei denen die Hyposensibilisierungsbehandlung nicht gefruchtet hat.

Vorbeugung

Nahezu das ganze Jahr fliegen irgendwelche Pollen durch die Luft. Die Saison dauert von Ende Januar bis Ende August. Der Gipfel des Pollenflugs beginnt meist Anfang Juni und ebbt dann Mitte Juli wieder ab. Auch die Region entscheidet: In der Stadt fliegen weniger Pollen als in der Nähe von Äckern, Wiesen und Wäldern. Sogar das Wetter beeinflusst die Qual der Heuschnupfenopfer. Regen zum Beispiel schwemmt die Pollen aus der Luft. Trockenes und windiges Wetter dagegen trägt den Blütenstaub über viele Kilometer, so dass es kaum noch eine Zuflucht gibt.
Wer erst einmal seine persönlichen Risikopollen kennt, kann ihnen häufig bereits aus dem Wege gehen. So fliegen nicht alle Pollenarten gleichzeitig. Der Pollenflugkalender zeigt, in welchen Wochen und Monaten überhaupt die Gefahr droht. Während der Heuschnupfen-Saison informiert täglich der Deutsche Polleninformationsdienst auf einigen Radioprogrammen über die jeweils aktuelle Pollenfluglage. Wird gemeldet, dass gerade massenhaft die persönlichen Allergene in der Luft schweben, vermeidet ein kluger Heuschnupfler natürlich Wanderungen durch Feld, Wald und Wiesen. Doch auch in der Stadt ist die Luft keineswegs rein, schließlich fliegen die Pollen viele Kilometer. Also bleibt man, so gut es eben geht, in geschlossenen Räumen und lässt auch die Fenster zu, damit nicht der Windzug die Pollen herein trägt. Beim Autofahren schließt man Fenster und Lüftung. Einige Autohersteller bieten ergänzend spezielle Pollenfilter für die Autobelüftung an.

Alltagstipps

  • Nachtruhe: Auch ein Heuschnupfler muss mal an die frische Luft und kann sich nicht auf Dauer in geschlossenen Räumen aufhalten. Wer sich dann, spätestens vorm zu Bett gehen, kurz unter die Dusche stellt und die Haare gut durchspült, streut in der Nacht keine Pollen aus dem Haar aufs Kopfkissen und erspart sich unnötige Heuschnupfen-Attacken.
  • Urlaub: Zwar können die Pollen kilometerweit fliegen, doch ist die Belastung der Luft durch Pollen nicht überall gleich groß. Besonders gering ist die Pollendichte an der Küste. Wer also seinen Urlaub just in der Pollensaison nehmen muss, wird sicher am Meer mehr Freude haben als in den Bergen, denn der Seewind transportiert keine Pollen.

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