Husten

Ursachen

Eigentlich ist Husten keine Krankheit, sondern ein Schutzreflex des Körpers. Er dient dazu, Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen. Bei einer Infektion wird dieser Reflex jedoch nicht durch einen Fremdkörper ausgelöst, sondern durch das von den Schleimhäuten produzierte zähflüssige Sekret. Oftmals tritt der Husten gleich nach einem Schnupfen auf - gerade dann, wenn man sich eigentlich freut, die Erkältung endlich überstanden zu haben. Dies liegt daran, dass die Viren aus dem Nasen-Rachenraum recht einfach in die unteren Atemwege gelangen können, wenn – wie gerade bei einem Schnupfen – viel durch den Mund geatmet wird. Je nach Art des Hustens unterscheidet man bei gewöhnlichen Erkältungen zwischen Reizhusten und produktivem Husten. Beim trockenen, harten Reizhusten werden nur geringe Mengen von Schleim abgesondert, da dieser noch zu zähflüssig ist. Beim produktiven Husten dagegen hat sich das Sekret soweit verflüssigt, dass der Körper es nach und nach abhustet.
Hinweis:
Gehen Sie bei starkem Husten mit hohem Fieber und einem schlechten Allgemeinbefinden sofort zum Arzt, denn diese Symptome können Anzeichen einer Lungenentzündung sein.

Behandlung

Die Behandlung des Hustens hat zwei Facetten: Einerseits sollte man versuchen, den Schleim zu lösen, damit der Körper ihn leichter abhusten kann. Andererseits gilt es vor allem nachts, den lästigen Hustenreiz zu stillen, damit der Körper Erholung findet. Mittel zum Schleimlösen und zum Hustendämpfen sollten nie gleichzeitig angewendet werden, da sie genau gegensätzlich wirken.
Hinweis:
Wenden Sie schleimlösende Mittel nach Möglichkeit nicht abends an, da sie den Husten fördern und somit das Einschlafen erschweren können. Allgemein sollten Sie sich bei Husten schonen und trockene sowie verrauchte Luft meiden. Wichtig ist auch, dass Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit sich der Schleim verflüssigt und abgehustet werden kann.

Schleimlösende Mittel

Das erste Mittel, um den zähen Schleim zu lösen, ist die Inhalation mit Heilpflanzenextrakten. Durch die heißen Dämpfe wird das zähe Sekret verflüssigt und kann leichter abgehustet werden. Besonders geeignet sind Kamille und Salbei, die gleichzeitig die gereizten Schleimhäute besänftigen und die Entzündung lindern. Bei hartnäckigem Husten hilft auch das Inhalieren mit einer konzentrierten Salzlösung. Diese sogenannte Sole bekommen Sie in der Apotheke, ebenso wie Inhalationsgeräte mit einem entsprechenden Vernebler. Anstelle des Inhalierens können Sie auch ein warmes Erkältungsbad nehmen. Als Badezusatz eignet sich dabei besonders Thymianöl, das eine krampflösende Wirkung hat. Als wirksame schleimlösende Mittel haben sich auch Heilkräutertees mit Spitzwegerich, Thymian, Eibisch, Schlüsselblume oder Huflattich bewährt. Die folgenden Mischungen eignen sich gut, um das Abhusten zu fördern:
  • Mischung 1: vier Teile Spitzwegerichkraut, drei Teile Thymiankraut und ein Teil Schlüsselblumenwurzel
  • Mischung 2: fünf Teile Süßholzwurzel, drei Teile Eibischwurzel, ein Teil Schlüsselblumenwurzel, ein Teil Anisfrüchte
  • Mischung 3: zwei Teile Huflattichblätter und ein Teil Spitzwegerichkraut
Für den Tee werden zwei Teelöffel der jeweiligen Mischung mit einem Viertelliter heißem Wasser überbrüht. Anschließend lässt man den Tee eine halbe Stunde ziehen. Mit Honig gesüßt mehrmals täglich trinken. Wenn der Schleim sich mit diesen Mitteln nicht verflüssigen lässt, können Sie ihm auch mit dem homöopathischen Kombinationspräparat Monapax® zuleibe rücken, das als Tropfen oder Saft erhältlich ist. Sollte auch dies nicht helfen, greifen Sie ruhig zur ”Chemie” in Form von Acetylcystein (ACC), das Sie unter anderem als Brausetablette in der Apotheke bekommen.

Hustendämpfende Mittel

Grundsätzlich ist es nicht sinnvoll, den Hustenreiz zu unterdrücken, denn er ist notwendig, um den entstehenden Schleim aus den Atemwegen zu befördern. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass sich der Schleim in den Bronchien und der Luftröhre ansammelt. Im harmlosesten Fall zögert dies lediglich die Heilung unnötig hinaus, es kann aber auch Komplikationen bis hin zur Lungenentzündung verursachen. Wenn der quälende Hustenreiz jedoch starke Schmerzen im Hals verursacht oder verhindert, dass Sie nachts einschlafen, ist es durchaus sinnvoll, ihn auf ein erträgliches Maß zu dämpfen. Das geeignetste Mittel dazu sind Hustensäfte. In der Apotheke gibt es viele Produkte mit den unterschiedlichsten hustendämpfenden Wirkstoffen. Oftmals enthalten sie jedoch Codein, eine morphiumverwandte Substanz. Codein schadet dem gesunden Menschen bei seltener Anwendung zwar in der Regel nicht, aber es sollte dennoch nicht leichtfertig eingesetzt werden, vor allem nicht bei Kindern. Meistens ist die ”Chemie-Keule” auch gar nicht notwendig, denn oft helfen schon sanfte Mittel wie der Fenchel-Hustensaft, um die ersehnte Ruhe zu finden. Gegen Reizhusten gibt es auch wirksame Tees, die besänftigende Heilkräuter wie beispielsweise Kamille, Spitzwegerich oder Quendel enthalten.

Zubereitungen

Hustendämpfender Tee: Vermengen Sie Spitzwegerich, Quendel und Kamillenblüten in gleichen Teilen. Zwei Teelöffel dieser Mischung mit einem Viertelliter kaltem Wasser ansetzen und aufkochen lassen. Mit Honig süßen und heiß trinken.
Fenchel-Hustensaft: Geben Sie 2 Esslöffel zerdrückte Fenchelfrüchte in einen Viertelliter Wasser. Fügen Sie drei Teelöffel Korn hinzu und lassen Sie die Mischung zwei bis drei Stunden stehen. Anschließend gießen Sie die Mischung durch ein feines Sieb und kochen sie mit zwei Teelöffeln Honig auf. Zur Aufbewahrung wird die Mischung in ein verschließbares Gefäß gegeben. Bei Husten mehrmals täglich einen Teelöffel des Hustensafts einnehmen.

Wann zum Arzt?

Der Husten sollte sich nach etwa zwei Tagen lösen und wird dann erst einmal scheinbar ”schlimmer”, da vermehrt abgehustet werden muss. Nach drei Tagen sollten Ihre Hustenbeschwerden jedoch deutlich geringer sein, sonst ist ein Arztbesuch angesagt. Der Arzt kann mittels Abhören feststellen, ob eine Bronchitis im Anzug ist.

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