Pilze
Pilze sind Lebewesen, und deshalb müssen sie selbst fressen, verdauen und ausscheiden - kurz, sie haben ihren eigenen Stoffwechsel. Die Stoffe, die sie ausscheiden, behagen dem menschlichen Körper gar nicht. Sie können sogar giftig sein. Über Lymph- und Blutbahnen verteilen sich diese Gifte (Toxine) im Körper und gelangen auch in die Leber und andere Organe. So ist es möglich, dass an unterschiedlichen Stellen des Körpers Krankheitserscheinungen auftreten.Inhaltsverzeichnis
Entstehung
Woher kommen eigentlich die Pilze, die den Menschen und seinen Körper befallen? Ihre feinen, meist mikroskopisch kleinen Sporen gehören in die natürliche Umwelt wie die Samen anderer Pflanzen auch. Sie sind überall vorhanden. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, überall zu siedeln und sich zu vermehren; denn die natürliche Abwehr des Körpers, das Immunsystem, hält sie unter Kontrolle. Erst wenn das Immunsystem selbst „schlecht zu Fuß“ ist, haben die winzigen Parasiten auf der Suche nach neuen Lebensräumen leichtes Spiel.Im Mund finden Pilze das feucht-warme Klima vor, das sie zum Leben und Vermehren brauchen. Nahrungsreste auf und zwischen den Zähnen bieten Pilzen ein Schlaraffenland, mit Karies befallene Zähne und Zahnfleischtaschen werden schnell besiedelt. Der Weg hinüber auf Zunge und Schleimhaut ist dann nicht mehr weit. Ein trockener Mund und brennende Schmerzen sind ein Hinweis auf eine Infektion. Nach kurzer Zeit ist ein weißer Belag - meist auf der Zunge - zu sehen, der Soor. Diese Soorbeläge sind erst als einzelne weiße Punkte sichtbar, die sich aber schnell ausbreiten und zusammenschließen.
Ausbreitung
Die Wege der Pilze- Pilzsporen kommen mit Händen und Füßen in Kontakt.
- Von den Fingern gelangt der Pilz auf den behaarten Kopf oder umgekehrt, und von den Fingern weiter in das Ohr.
- Von außen gelangen Pilzsporen in die Mundhöhle. Von dort aus wandern sie in die Luftwege und können bis zum Magen und Darm vordringen.
- Darmpilze gelangen über die Unterwäsche oder durch Schmierinfektionen in den Genitalbereich.
Innere Pilzinfektion
Mögliche Hinweise auf eine Pilzinfektion im Inneren
- Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung
- Jucken am Darmausgang, chronische Blasen- und Scheidenentzündung
- chronische Müdigkeit,
- hohe Infektanfälligkeit
- Heißhungerattacken
- Verstärkung von Alkoholunverträglichkeit oder Nahrungsmittelunverträglichkeit
- gesteigerter Bewegungsdrang (hyperkinetisches Syndrom)
- bei Kleinkindern: Blähungskoliken und Hautentzündungen im Bereich der Windeln.
Zucker
Zwar geben sich die Pilze in karger Umgebung auch zäh und genügsam, doch sie können auch anders. So lieben sie Zucker: Beim Backen vergären die Hefepilze den Zucker und produzieren Gase, die den Teig aufgehen lassen. Dadurch werden Brot und Kuchen schön locker. Ähnliches geschieht auch im menschlichen Körper, wenn der Mensch dem Candida-Pilz Zucker gibt: Dann produziert er Gas. Die Gasproduktion im Bauch kann aber nicht nur überraschend Peinlichkeit hervorrufen - gesundheitlich unbedenklich -, sondern mehr: In extremen Fällen drückt das Gas im Bauch die Bauchdecke vor und das Zwerchfell, das Bauch- und Brustraum trennt, in die Höhe. Bei diesen Symptomen muss sich natürlich ein Arzt der Sache annehmen, egal ob eine Kolonie Candida-Pilze dahintersteckt oder etwas anderes.Symptome
Ist es Pilzen gelungen, sich im Darm eines Menschen einzunisten, kann dies zu unterschiedlichen Anzeichen (Symptomen) führen; zu Verstopfung, aber auch zu Durchfall. Doch nicht jeder Durchfall, jede Verstopfung bedeutet auch Pilzalarm. Ungezählte Ursachen können dahinterstecken. Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion im Darm muss ein Arzt also zuerst prüfen, ob tatsächlich die Candida-Pilze dahinterstecken. Dazu lässt er im Labor analysieren, ob und wie viele Pilze im Stuhl stecken. Ein weiterer Hinweis auf Pilze kann zudem ein massiver Juckreiz am After sein, der sich bei Wärme noch verstärkt. Klarheit bringt auch die Analyse eines Abstrichs, einer kleinen Probe, im Labor. Die Palette möglicher (aber nicht sicherer) Anzeichen für eine Pilzinfektion im Inneren umfasst noch mehr: Heißhungerattacken entstehen durch einen niedrigen Blutzuckerspiegel; denn starker Pilzbefall im Darm entzieht dem Nahrungsbrei viele Kohlenhydrate. Das führt zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel, und der äußert sich in Heißhunger.Äußere Pilzinfektion
Vorkommen
- Zwischen den Zehen
2. an Fuß- und Fingernägeln
Richtig hartnäckig zeigen sich Pilze, wenn sie einen Nagel an Zehe oder Finger befallen haben. Auch diese Pilzinfektion gibt sich nicht so leicht zu erkennen: Von zwölf Millionen Betroffenen in Deutschland wissen vermutlich zwei Drittel nicht, dass die sichtbare, sehr störende Veränderung der Nagelplatte auf einer Pilzinfektion beruht. Seit einigen Jahren werden Nagelpilzerkrankungen mit einem medizinischen Nagellack wie Nagel Batrafen® behandelt. Er ist in jeder Apotheke rezeptfrei zu bekommen und die Anwendung ist einfach: Wie normaler Nagellack aufgetragen, ist er in einer Minute trocken. Der medizinische Nagellack ist praktisch unsichtbar. Wer will, kann mit farbigem Nagellack problemlos darüberlackieren. Bei konsequenter Behandlung mit Nagel Batrafen® winkt als Belohnung ein sauberer, pilzfreier Nagel.
3. im Gehörgang
4. zwischen den Fingern
5. in Hautfalten
Recht einfach lässt sich eine Pilzinfektion außen auf der Haut erkennen, solange sie das typische Erscheinungsbild beibehält: runde, flechtenähnliche, oft juckende Hautausschläge. Schwieriger wird es bei hartnäckigen, untypischen Entzündungen, allergischen Hautreaktionen oder nicht heilenden Geschwüren. Hier können Hefepilze die Ursache sein (müssen aber nicht). Der behandelnde Arzt hat die heikle Aufgabe, die Beschwerden seines Patienten richtig einzuordnen. Das aber fällt nicht leicht, sind diese Beschwerden oft unklar und nicht exakt zu benennen. Deshalb muss hier häufig das Labor mit einer Analyse weiterhelfen.
- in den Achselhöhlen
- unter großen, hängenden Brüsten
- unter Bauchfalten und im Nabel
- in der Gesäßfalte und im äußeren Genitalbereich
- in der Leistenbeuge
Warm und feucht, dazu zarte, menschliche Haut - so würden Pilze ihr Paradies beschreiben. Und genauso sieht es unter den Windeln aus. Wenn Po und Genitalien oder sogar die Beinchen des Säuglings wund sind und spezielle Wundcremes keine Wirkung zeigen, kann es sich um eine Pilzerkrankung handeln. Um dem Kind Schmerzen zu ersparen, sollte ein Arzt auf Pilze prüfen. Doch es müssen noch lange keine Pilze sein, die hinter solch einer Entzündung der Haut unter den Windeln (Windeldermatitis) stecken. Auch unverträgliche Badeseife, Babyöl und andere Mittel können Babyhaut irritieren.
Infektion der Geschlechtsorgane
Gute Lebensbedingungen würden Pilze zudem bei Frauen in der Scheide finden, wäre da nicht die Besiedlung (Flora) aus gutartigen Bakterien. Diese natürliche Flora wehrt bereits die Vorhut der Pilze ab. Falls sie aber in ihrem Gleichgewicht gestört ist, haben die siedlungssuchenden Pilze eine realistische Chance. Und das Gleichgewicht der Scheidenflora ist empfindlich: Die Hormongaben durch die Antibaby-Pille zum Beispiel, aber auch Antibiotika, können sie bereits aus dem Tritt bringen. Zeichen für eine Pilzinfektion in der Scheide können eine wiederkehrende Scheidenentzündung oder Juckreiz sein. Auch Männer sind durch Pilzinfektionen der Geschlechtsorgane gefährdet. Hier kann ein verhängnisvoller Prozess seinen Anfang nehmen: Beim Sex infizieren sich Paare immer wieder gegenseitig. Deshalb müssen beide Partner behandelt werden, sonst kehren die Pilze im Ping-Pong-Verfahren immer wieder zurück.Candida-Pilze
In der Botanik hat jede Pflanze ihren Familiennamen, und jedes Mitglied der Familie hat einen speziellen Artnamen. Im Fall von „Candida albicans“ ist „Candida“ der Familienname. Zur Familie Candida zählen fast 200 Arten, von denen etwa ein Dutzend Krankheiten verursachen können (Fachleute unter sich sagen: „pathogene Pilze“). Bekannteste Vertreterin dieser krankmachenden Pilze ist Candida albicans - wörtlich übersetzt heißt dies „weiße Hefe“. Die einzelnen Arten der krankmachenden Candida-Pilze erfordern auch unterschiedliche Arten der Behandlung. „Candida krusei“ und „Candida glabrata“ zum Beispiel widerstehen den heute gängigen Antipilz-Medikamenten bedeutend länger als ihre Verwandten. Weil die Mitglieder der Candida-Familie jeweils anders angepackt werden müssen, steht vor der Behandlung seriöserweise eine sorgsame Untersuchung im Labor:- Ist es eine Pilzinfektion?
- Wenn ja: welcher der Candidaten hat sich unangemessen ausgebreitet?
- Welches Medikament hilft gegen diesen Typ?
Ursachen von Pilzerkrankungen
Normalerweise haben Pilze keine Chance, sich unerlaubt beim Menschen einzunisten. Dafür sorgt das Immunsystem, das über zahlreiche Abwehrwaffen auch gegen diese kleinen Parasiten verfügt. Pilzprobleme treten insbesondere dann auf den Plan, wenn die Abwehr - aus welchen Gründen auch immer - nicht über ihre ganze Schlagkraft verfügt.Immunschwäche
Eine Immunschwäche kann viele Ursachen haben: Krankheiten zum Beispiel, aber auch Medikamente oder schlicht andere körperliche (oder gar seelische) Belastungen und hohes Alter. Cortisonhaltige Medikamente gegen Asthma und Allergien hemmen insgesamt das Immunsystem. Das ist unvermeidlich, denn bei einer Allergie reagiert das Immunsystem zu heftig, so dass die Abwehr irrtümlich sogar körpereigene Zellen angreift. Eine wichtige, bisweilen lebensrettende Bremse kann dann das Cortison sein: Es bremst diese gefährlichen Abwehrreaktionen. Ein so künstlich gezügeltes Immunsystem wehrt dann allerdings auch die echten Eindringlinge weniger tatkräftig ab - Bakterien, Viren und Pilze haben ein wesentlich leichteres Spiel.Antibiotika
Antibiotika sind Wirkstoffe gegen Bakterien: Zum Beispiel bei einer Mandel- oder Lungenentzündung, bei Cholera, Scharlach? oder Geschlechtskrankheiten hemmen oder töten sie die Krankheitserreger. Die bakterientötende Wirkung ist gewünscht und notwendig. Antibiotika haben Millionen Menschen das Leben gerettet und den Sieg der Medizin über viele tödliche Seuchen ermöglicht. Doch Antibiotika können leider nicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien unterscheiden. Auch erwünschte, notwendige Bakterien fallen dem Medikament zum Opfer: Nicht allein die Erreger der Halsentzündung rafft es dahin, sondern leider auch Teile der natürlichen Darmbesiedlung. Für die gesunde Darmflora gerät deshalb eine Antibiotika-Kur zu einer Zerreißprobe: Normalerweise leben rund 500 gutartige Bakterienarten im Darm und leisten dort lebenswichtige Arbeit. Außerdem halten sie Pilze in Schach. Ist diese gesunde Bakteriensiedlung geschädigt oder gar dahin - etwa weil ein Antibiotikum dreingeschlagen hat -, steht plötzlich den Pilzen der gesamte Lebensraum im Darm zur Verfügung. Eine einmalige Antibiotika-Behandlung verträgt eine intakte Darmflora zumeist recht gut. Wird sie aber häufiger mit bakterien-tötenden Medikamenten traktiert, fällt es ihr immer schwerer, sich zu regenerieren.Rheuma
„Rheuma“ ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern viele verschiedene Krankheiten werden unter dieser Bezeichnung zusammengefasst. Einige Wissenschaftler hegen den Verdacht, dass Bakterien, Viren oder Pilze bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Rheumatiker bekommen häufig cortisonhaltige Medikamente verordnet, um die entzündlichen Erscheinungen der Krankheit zu kontrollieren. Diese Medikamente, wie auch die chronische Krankheit selbst, belasten das Immunsystem - was wiederum den Pilzen Chancen eröffnet.Diabetes
Diabetiker haben häufig einen erhöhten Zuckergehalt im Gewebe. Das verringert auch die körperliche Abwehrbereitschaft und begünstigt so die Ansiedlung von Pilzen. Außerdem entstehen bei Diabetes aufgrund der schwächeren Durchblutung kleine Gewebeschädigungen der Haut, die den Pilzen oft als Eintrittspforte dienen. Diabetiker tragen deshalb ein erhöhtes Pilzrisiko.Schwangerschaft
Die aufregende Zeit der Schwangerschaft bringt zahllose Veränderungen mit sich, am Rande allerdings auch ein erhöhtes Pilzrisiko: So wird das Körpergewebe weicher und lockerer - eine sinnvolle Vorbereitung für die Geburt. Leider haben dadurch auch Pilze ein etwas leichteres Spiel. Zudem enthalten die Zellen in der Scheide während der Schwangerschaft mehr Hormone und Zucker als sonst. Die meisten Forscher sind sich einig, dass das Hormon Östrogen eine Candida-Infektion begünstigt. Untersuchungen haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Schwangeren unter Pilzbefall der Scheide leiden. Zur Sicherheit sollte Frau sich im Zuge der Schwangerschaft durch eine Untersuchung vergewissern, keinen Darmpilz zu haben, um das Baby während der Geburt nicht zu gefährden.Nicht allein während der Schwangerschaft verschieben sich die Hormon-Gleichgewichte; eine Antibaby-Pille gaukelt dem Körper hormonell eine Schwangerschaft vor. Die Folgen: keine weitere Befruchtung, aber auch eine pilzfreundlichere Scheidenflora wie bei einer echten Schwangerschaft.
Haustiere
Haustiere, insbesondere Katzen, stromern gern durch Feld und Wald, jedenfalls bei artgerechter Haltung. Bei ihren Ausflügen können sie sich natürlich auch Krankheitserreger einfangen, darunter auch die Hautpilz-Erkrankung „Mikrosporie“. Beim Kuscheln und Kraulen überträgt sich diese Infektion durchaus auf Menschen: Es zeigen sich juckende Hautrötungen, besonders an Hals und Gesicht. Ist die Ursache der Hautreizungen erkannt, ist der Schaden schnell behoben.Ernährung bremst Pilzgefahr
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt immer wieder fest: Die Mehrzahl der Deutschen isst zu viel, zu fett und zu süß. Bedenklich vor allem: der hohe Zuckerverbrauch. Rund 30 Kilo Zucker verbraucht ein Bundesbürger im Jahr. Sicher, wohl niemand verspeist diese 30 Kilo pur mit dem Löffel. Vielmehr steckt der Zucker in tausend und einem Lebensmittel. Sogar Tomatenketchup enthält Zucker. Da freut sich nicht nur die Süßwarenindustrie, sondern auch so mancher Pilz. Dazu gesellt sich oft ballaststoffarme Kost. Ballaststoffe sind Bestandteile der Speisen, die nicht selbst verdaut werden, wohl aber zum gesunden Funktionieren und Wohlfühlen des Darmes beitragen. Sie sind eine unentbehrliche Hilfe für eine gesunde Verdauung. Ballaststoffe quellen auf und erhöhen dadurch die Menge des Speisebreis. Der Darm wird angeregt und sorgt für eine rasche Ausscheidung. Die faserstoffreiche Nahrung wirkt gleichsam wie eine Bürste. Ihre „groben“ Bestandteile „schrubben“ die Pilze von der Darmwand ab und nehmen sie mit nach draußen. Vollwertige Kost aus frischem Gemüse und Vollkornprodukten enthält neben Ballaststoffen obendrein die notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die das Abwehrsystem benötigt, um für den Kampf gegen unliebsame Eindringlinge gerüstet zu sein. Abgesehen davon fördert die gesunde Ernährung das Wohlbefinden. Nicht zu vergessen sind angenehme Begleiterscheinungen der Vollwertkost: mehr Lebensfreude und eine schlanke Figur. Außerdem: Eine ausgewogene und stabile seelische Verfassung stärkt das Immunsystem - für Pilze der Horror.Behandlung
Pflanzliche Wirkstoffe gegen Pilze
Die MyrrheDie Heiligen Drei Könige brachten Christus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Kein Zweifel, der Baum und sein Harz galten vor 2.000 Jahren als wertvoll. Hauptverbreitungsgebiet der Weihrauch- und Myrrhe-Bäume sind das Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien) und Südarabien (Jemen, Oman). Seit der Antike ist überliefert, dass die Menschen die Rinde dieser Bäume anritzten, um das heraustropfende Harz zu gewinnen. Der Ursprung des Wortes „Myrrhe“ verweist auf ein Merkmal des Harzes: Es entstammt dem arabischen Wort „murr“, dem aramäischen „murra“ und dem assyrisch-baylonischen „murru“ - zu Recht die Wörter für „bitter“. Die Wirkstoffe des Myrrhebaumes haben bislang in der westlichen Medizin nur wenig Beachtung gefunden. Doch bereits die antiken Ägypter, so ist überliefert, nutzten Myrrheharze als Pulver oder in Salben, um damit Wunden und Geschwüre zu behandeln. Die hiesige, mittelalterliche Medizin setzte ebenfalls Extrakte der Myrrhe gegen verschiedene Arten von Entzündungen ein. Auch in der traditionellen indischen Ayurveda-Medizin wird „gumguggulu“, ein der Myrrhe ähnliches Harz, eingesetzt, unter anderem gegen entzündliche Prozesse, speziell rheumatischer Art.
Hierzulande werden Medikamente auf der Basis von Myrrheharzen bei entzündlichen Darmerkrankungen, bei Magen-Darmstörungen und besonders auch gegen Pilzerkrankungen im Darm (Intestinalmykosen) eingesetzt. Das pflanzliche Arzneimittel Myrrhinil-Intest® enthält zusätzlich zu den Wirkstoffen der Myrrhe die entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Kamille sowie Kaffeekohle, eine spezielle Aktivkohle, die Gase, Bakterien und deren Zerfallsprodukte bindet, und (wie das Myrrheharz) eine experimentell nachgewiesene Wirkung gegen Hefen und andere Pilze hat.
Medikamente gegen Pilze
Nystatin heißt der gegenwärtig wohl am häufigsten eingesetzte biologische Wirkstoff gegen Hefepilzerkrankungen von Haut und Schleimhaut. Damit lassen sich Pilzerkrankungen durch Abtöten der Pilze in Mund, Rachen, Speiseröhre, Darm- und Vaginalbereich sowie auf der Haut wirkungsvoll bekämpfen. Nystatinhaltige Medikamente wie zum Beispiel Biofanal® richten sich ausschließlich gegen die krankmachenden Hefepilze wie den Candida albicans: Auf diese Weise wird die normale Mikroflora der Haut und der Schleimhaut (wie etwa die Darmflora) geschont. Und Nystatin wirkt nur dort, wo es wirken soll, nämlich örtlich auf den Oberflächen der Haut und der Schleimhaut; es tritt nicht in das Blut über und gelangt deshalb auch nicht zu inneren Organen wie Leber und Nieren. Deshalb ist es sehr verträglich und darf sogar auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit eingenommen werden. Welches Nystatin-Präparat eingesetzt wird, hängt natürlich davon ab, wo es die Pilze zu bekämpfen gilt:- Bei Pilzbefall in Mund, Rachenraum und Speiseröhre träufelt man einige Tropfen der Nystatin-Suspension (kleinste Teilchen in einer Flüssigkeit) unverdünnt mit der Dosierpipette in den Mund und spült einige Minuten um Zähne, Zunge und Gaumen - und schluckt es anschließend herunter.
- Für die Darmbehandlung stehen Nystatin-Dragees zur Verfügung, die sich erst im Darm auflösen und dort ihre Wirkung entfalten. Diese Dragees werden unzerkaut nach den Mahlzeiten eingenommen. Da Hefepilze leicht auf andere Abschnitte des Verdauungstraktes übergreifen können, ist eine kombinierte Anwendung von Nystatin-Suspension und -Dragees sinnvoll. Für den Erfolg solch einer Therapie müssen natürlich die Medikamente konsequent gemäß der Dosieranleitung oder der Empfehlung des Therapeuten eingenommen werden.
- Eine Pilzinfektion der Scheide wird mit Nystatin-Vaginaltabletten behandelt. Als einziges Nystatin-Präparat sind die Biofanal®-Vaginaltabletten für die Kurzzeittherapie zugelassen: an drei aufeinanderfolgenden Tagen werden vor dem Schlafengehen zwei Vaginaltabletten in die Scheide eingeführt. Zur Vermeidung von Reinfektionen bietet sich eine Mitbehandlung des Partners mit Nystatin-Salbe an. Treten Pilzinfektionen im Vaginalbereich immer wieder auf, kann die Ursache dafür in einem Pilzbefall des Verdauungstraktes liegen, der als Nachschubquelle fungiert. In diesem Fall sollte zusätzlich der Verdauungstrakt mit behandelt werden.
- Sitzt der Pilz auf der Haut, so helfen Nystatin-Salben, -Pasten und -Cremes. Um einer erneuten Infektion vorzubeugen, müssen die gefährdeten Hautstellen jeweils nach dem Waschen gut abgetrocknet werden. Die Nystatin-Präparate wie Biofanal® sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Doch auch eine Antipilz-Behandlung ist - wie jede tiefgreifende Therapie - nichts für Medizin-Heimwerker. Nur ein Fachmann, ein Arzt, kann die richtige Diagnose stellen. Und dies auch nur, wenn ihn sein Patient offen und ohne falsche Scham über Beobachtungen am eigenen Körper vor und während der Behandlung informiert. Bei Behandlungen von Pilzinfektionen in Organen außerhalb des Verdauungstraktes steht eine weitere Medikamentengruppe zur Verfügung: Sie basieren zumeist auf Imidazol-Verbindungen: Dieser Wirkstoff kann - in Form von Tabletten oder Dragees eingenommen - aus dem Darm in die Lymph- und Blutgefäße im Körper übertreten. So erreicht er die Organe und das Gewebe des gesamten Organismus.
Die unterstützende Therapie
Doch auch nach erfolgreicher Bekämpfung von Pilzinfektionen im Darm ist die gesunde Darmflora bei weitem noch nicht wiederhergestellt. Denn die erwünschte Besiedlung des Darms mit nützlichen Bakterien hat durch die Eroberung dieses Lebensraumes durch die Pilze zumindest Schaden erlitten. Das nun wichtigste Hilfsmittel ist die tägliche Ernährung: Guter, naturbelassener Joghurt - ohne Zucker- und Fruchtzutaten - bringt gesunde Kulturen in den Magen-Darmtrakt. Die Gesundung der Darmflora lässt sich zudem unterstützen mit Hilfe inaktivierter Kulturen hochwertiger, im Darm des Menschen natürlich vorkommender Coli-Bakterien wie in Rephalysin® C. Die sorgfältig und schonend hergestellte Bakterienzubereitung stimuliert die natürlichen Immunbestandteile der Darmschleimhaut und wird bei zahlreichen Krankheitsbildern, die auf einer Störung der Darmflora beruhen, angewandt. Hierzu gehören zum Beispiel unregelmäßige Darmentleerungen (Durchfall oder Verstopfung), Blähungen, entzündliche Prozesse in Dünn- und Dickdarm, aber auch allergische Hauterkrankungen und Infektanfälligkeit. Myrrhinil-Intest® und Rephalysin® C können gleichzeitig angewandt werden.Im Kern funktioniert so eine (die Darmflora) unterstützende Therapie ganz einfach: Die erwünschten Siedler im Darm, nützliche Bakterien, bekommen von außen gezielt weitere gutartige Kleinstlebewesen hinzu, gleichsam zur Verstärkung. Daher auch die Bezeichnung „mikrobiologische Therapie“ für diese Unterstützung - Mikrobiologie ist die Lehre von den Kleinstlebewesen. Auf dem Weg aller Speisen, nämlich durch den Mund, gelangt solch eine Zubereitung von erwünschten, unterstützenden Bakterien in den Verdauungstrakt. Eine Reihe von Präparaten enthält solch eine Versammlung künftiger Darmsiedler. An ihrer Arbeitsstelle lassen die sich dann nieder und helfen, die artenreiche Gemeinschaft der Darmbewohner wieder in ein ordentliches, dem Menschen zuträgliches Gleichgewicht zu bringen.

