Schock

Von einem Schock spricht man bei stark absinkendem Blutdruck, wenn der Blutdruck unter 1OO mm Hg (höherer Wert) liegt und die Pulsfrequenz über 1OO steigt. (Schockindex = Pulsfrequenz / oberer Blutdruckwert). Liegt der Schockindex über 1, besteht akute Lebensgefahr. Ein Schock kann hervorgerufen werden durch allergische Vorgänge, Blutverlust, Herzschwäche, Verletzungen oder Verbrennungen.
Grundsätzlich gilt bei der Behandlung des Schocks:
1. Gewährleistung der Atmung. Falls keine Atmungstätigkeit vorhanden ist, muss künstlich beatmet werden.
2. Sicherstellen der Herz/Kreislauffunktion durch Untersuchung von Puls- und Herzschlag, falls kein fühlbarer Herzschlag vorhanden ist, Herzmassage.

Inhaltsverzeichnis


allgemeiner Schockverlauf

Der Schock durchläuft drei verschiedene Stadien mit jeweils unterschiedlichen Merkmalen:

1. Stadium des Schocks

Der Körper zieht Blut aus den Randbereichen des Körpers wie Armen, Beinen und Haut ab, um die Blutversorgung lebenswichtiger innerer Organe wie Herz, Gehirn, Leber und Nieren möglichst lange sicherzustellen.
Die Anzeichen des Schocks im ersten Stadium sind blasse, kühle Haut, kalte Hände und Füße, Arme und Beine, Ausbruch von kaltem Schweiß, beschleunigter Puls und sehr niedriger Blutdruck.

2. Stadium des Schocks

Die zahlreichen kleinen Muskeln der Blutgefäße in den äußeren Körperbereichen erschlaffen. Dadurch erweitern sich die Gefäße und das Blut strömt zurück in die Haut, die Beine und die Arme. Dadurch fällt der Blutdruck in Hirn und Herz rapide.
Die Symptome des zweiten Stadiums: Der Blutdruck fällt weiter, der Puls beschleunigt sich. Der Betroffene zeigt Unruhe, oberflächliche Atmung und sogar Eintrübung des Bewusstseins.

3. Stadium des Schocks

Der Sauerstoffmangel verursacht dauerhafte Schäden an lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Herz, Leber und Nieren. Wenn keine Hilfe kommt, kann der Schock in diesem Stadium zum Tod führen.
Die Symptome des dritten Stadiums: Die Haut verfärbt sich bläulich, der Puls lässt sich kaum mehr tasten, der Blutdruck ist nicht mehr messbar, die Atmung geht schnell und oberflächlich, der Betroffene verliert das Bewusstsein.

Sofortmaßnahmen

Als Sofortmaßnahme legt man den Schockpatienten auf den Boden, hebt seine Beine hoch, und legt sie auf zum Beispiel einen Stuhl. Und natürlich muss sofort ein Notarzt herbei, um zu helfen.

Allergischer Schock

Symptome

Zum Kreislaufzusammenbruch kommt es innerhalb von Sekunden bis Minuten nachdem der Körper die allergieauslösende Substanz (Allergen) aufgenommen hat. (Insektenstich, Injektion) Vorzeichen sind Unruhe, Niesen und Juckreiz. Bedrohliche Symptome sind starkes Jucken am ganzen Körper, Nesselsucht, Fieber, Schüttelfrost, starke Angst, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Asthmaanfälle als Zeichen einer Mitreaktion der Lunge. Quaddeln, Kurzatmigkeit, Schwäche, Halsschwellung, Übelkeit und Kreislaufkollaps sind alarmierend, sofort zum Arzt.

Behandlung

Bei Insektenstichen im Hals Eiswürfel lutschen, damit die Schwellung langsamer zunimmt. Wegen der Lebensgefahr schnell handeln. Ist nicht innerhalb der nächsten Minuten ein Arzt erreichbar, muss subcutan Suprarenin® (0,3-0,5 ml) gespritzt werden, das Menschen mit einer bekannten Insektengiftallergie unterwegs dabei haben sollten. Weiter gibt man Cortison: Als Tabletten (z.B. Urbason®-Tabletten je nach Symptomen über 3 Tage in absteigender Dosierung von 60 mg am 1. Tag, 40 am 2. und 20mg am 3., eventuell noch 2 weitere Tage 10 mg. Schneller wirkt es intravenös (z.B. Soludecortin H® 200 mg). Das gilt besonders, wenn Schwellungen im Mund- und Rachenbereich und/oder Atemschwierigkeiten auftreten. Der Betroffene muss nüchtern bleiben bis sich die Symptome deutlich bessern, da sonst die Gefahr besteht, dass bei Bewusstlosigkeit Erbrochenes eingeatmet wird. In offensichtlich lebensbedrohenden Fällen werden zusätzlich Antihistaminika wie Tavegil®, Omeril®, als Tablette, besser vom Arzt als intravenöse Injektion gegeben (erhebliches Risiko). Sofort zum Arzt / in eine Klinik.

Blutungsschock

Entstehung

Der Blutverlust kann einerseits durch Verletzungen von außen hervorgerufen werden, andererseits auch Magengeschwürblutungen, Blutungen nach Leberzirrhose und Blutgerinnungsstörungen oder extrem starke Regelblutung. Die Erste Hilfe durchführen: Kontrolle und Gewährleistung Atmung und Herztätigkeit.

Symptome

Die Symptome sind umso stärker, je rascher und je größer der Blutverlust war. Auch hierbei entsteht Blutdruckabfall, Herzrasen, beschleunigte Atmung, bis hin zum Bewusstseinsverlust. Ein weiteres Merkmal: blasse, kalte und feuchte Haut. Wegen des Volumenverlustes entwickelt der Betroffene zusätzlich starken Durst, Unruhe und er friert.

Seelischer Schock

Entstehung

Der psychogene Schock entsteht meistens nach Katastrophen, auch seelischer Art, und bei schweren inneren Konflikten, selten auch ohne fassbares Motiv.

Symptome

Diese Diagnose vorsichtig stellen. Als Erscheinungen können auftreten: Lähmungen, Sprachverlust oder Stottern, Flüstern und Zittern am ganzen Körper oder Zuckungen. In manchen Fällen finden sich Bewusstseinseintrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, auch mit Krämpfen; schwere Erregungszustände, Wein-, Schrei- oder Lachanfälle, Blindheit oder Taubheit; dazu Blässe, Herzklopfen und Schweißausbruch. Auf jeden Fall Blutdruck und Herzschlag kontrollieren. Die Pupillen müssen auf Licht spontan reagieren und auf beiden Seiten gleich sein, wenn nicht liegt ein organischer Schaden vor.

Behandlung

Beruhigender Zuspruch. Wenn möglich Entfernung aus der angsterzeugenden Situation. Auf extreme Panikreaktionen gefasst sein. Falls eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, empfiehlt sich Baldriantinktur, in schwereren Fällen Valium®.

In Zusammenarbeit mit:


toolbox

Bearbeiten Drucken

Navigation

Schnellbearbeitung einer Wiki-Seite