Tauchen
Panik ist der größte Feind des Tauchers. Als wirkungsvolles Gegenmittel kommt nur intensives Training infrage, während der Wintermonate auch in der Halle. Hinzu kommt die wichtigste Taucherregel: Tauche nie allein! Dekompressionsunfall durch zu schnelles Auftauchen, Tiefenrausch und Lungenriss, um nur einige Zwischenfälle zu nennen, lassen sich nicht durch Tricks und Kniffe, sondern einzig durch Wissen um die Ursachen und Disziplin in Sachen Sicherheitsregeln vermeiden.gesundheitliche Risiken
Kieferhöhlenschmerzen beim Tauchen
Die Kieferhöhlen haben eine Verbindung zum Nasenrachen. Wenn diese Verbindung verschlossen ist, z. B. durch Anschwellen der Nasenschleimhaut bei Erkältungskrankheiten, kann sich der Druck in den Kieferhöhlen nicht an den Außendruck angleichen. Dann presst der Außendruck sie zusammen: Es schmerzt stechend im Bereich der Wangenknochen oder des Nasenbeins. Zusätzlich kann die Nase bluten. Wenn solche Schmerzen beim Abtauchen auftreten, sofort wieder in Richtung Oberfläche zurückkehren. Entsprechendes kann beim Auftauchen passieren, wenn der Überdruck nicht schnell genug aus den Kieferhöhlen entweichen kann. Doch kommt der Druck leichter heraus als herein, so dass beim Auftauchen kein allzu großer Druck entstehen kann. Verbleibender Überdruck wird von den auskleidenden Schleimhäuten abgebaut. Das Nasenbluten kann einige Zeit andauern. Außerdem blutet in einigen Fällen die Nebenhöhle durch ein geplatztes Blutgefäß voll. Dann besteht das Risiko einer Nebenhöhlenentzündung. Bei dem geringsten Zeichen einer Nebenhöhlenentzündung nach einem solchen Vorfall sollte mit Penicillin, besser Amoxycillin, oder Augmentan® behandelt werden. Zusätzlich gibt man schleimhautabschwellende Nasentropfen, wie Nasivin® und Otriven® und Antihistaminika wie Tavegil®-Tabletten oder Omeril®. In den seltenen, wirklich schweren Fällen ohne ärztliche Hilfe darf der Schmerz beseitigt werden, indem man die Abschwellung mittels Cortisontabletten forciert. Hierzu gibt man z. B. Urbason® -Tabletten, am ersten Tag 60 mg, am zweiten Tag 40 und am dritten 20 mg. Dies darf aber auf keinen Fall geschehen bei Infektionszeichen wie übel riechendem oder eitrigem Schnupfen, Fieber oder einer entzündlichen Schwellung. Dann besteht die Gefahr, dass sich die Infektion mit der Schwächung der Abwehr sehr verschlimmert.Luftembolie
Tauchgeräte sind so ausgerüstet, dass sie den Luftdruck, der aus der Flasche kommt, dem Umgebungsdruck anpassen. Das ermöglicht es erst, in mehr als ein paar Handbreit Wassertiefe zu atmen. Der Druck unter Wasser steigt pro 10 Meter Wassertiefe um 1 kg/cm2, so dass auf der Lunge von allen Seiten in 10m Tiefe 100 kg Druck lasten. Das birgt auch Gefahren beim Auftauchen: Wenn ein Taucher beim Auftauchen nicht schnell genug ausatmet, dehnt sich die Luft in seiner Lunge aus und zerreißt die Lungenbläschen. Dann gelangen Luftblasen in die Blutbahn bewirken böse bis tödliche Durchblutungsstörungen, von Kopfschmerzen und auch geistige Verwirrung bis zu Schlaganfall?, Herzinfarkt. Zusätzlich können Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle sofort nach dem Auftauchen auftreten. Wenn die Lunge in der Nähe ihrer Außenfläche reißt, kann Luft zwischen die Lungen und das Rippenfell gelangen, so dass die Lunge nicht mehr am Rippenfell haftet, sondern wegen ihrer Elastizität in sich zusammenfällt. Wenn ähnliche Erscheinungen später als 10 Minuten nach dem Auftauchen auftreten, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine Luftembolie, sondern um die Taucherkrankheit.Behandlung
Bei Verdacht auf eine Luftembolie muss der Betroffene in Kopftieflage gebracht (ca. 20+) und auf der linken Seite gelagert werden. Bei Atemstillstand Mund- zu- Mundbeatmung einleiten und das Opfer sofort in ein Krankenhaus bringen. Dort wird der Patient dann in einer Überdruckkammer - soweit vorhanden - hohem Luftdruck ausgesetzt. Dadurch verkleinern sich die Luftblasen im Blut und lösen sich schließlich auf. Dabei ist höchste Eile geboten, weil für den Taucher Lebensgefahr droht.
Trommelfellverletzungen
Das Mittelohr ist gegen das äußere Ohr durch eine Hautmembran, das Trommelfell, abgeschlossen. Da sich im Mittelohr auch Luft befindet, wird das Trommelfell bei ansteigendem Außendruck (zunehmende Tauchtiefe) nach innen gedrückt, schmerzt dann und kann bei stärkerem Druck reißen. Der Druckausgleich zwischen der Umgebung und dem Mittelohr erfolgt durch die Eustachische Röhre, die normalerweise geschlossen ist. Druckausgleich wird durch Schlucken bewirkt. Dabei öffnet sich die Eustachische Röhre für kurze Zeit und der Druck gleicht sich aus. Wenn dies nicht ausreicht, kann Druck, und damit Gegendruck gegen den beim Abtauchen steigenden Außendruck, so erzeugt werden: Mit den Fingern die Nase zuhalten und mit den Lungen einen kräftigen Luftstoß kurz dagegen pressen. Schon ab einem Meter Tauchtiefe wird dieser Druckausgleich nötig. Am besten lässt man beim Abtauchen eine Hand ständig an der Nase. Brauchbare Tauchermasken haben einen Nasenerker, durch den man die Nase eben für den Druckausgleich jederzeit greifen und zudrücken kann. Beim Auftauchen gleicht sich der Druck glücklicherweise von alleine aus, da Überdruck aus dem Mittelohr leichter entweicht. Der Druckausgleich wird schwierig bis unmöglich bei angeschwollener Rachenschleimhaut, wie dies bei Schnupfen und anderen Erkältungskrankheiten auftritt. Dann darf man nicht tauchen. Wenn das Trommelfell reißt, entstehen Schmerzen, die nicht besonders stark sein müssen, starkes Schwindelgefühl mit Orientierungsverlust, Übelkeit und Erbrechen. Ein Taucher findet dann seinen Weg nicht mehr alleine zur Oberfläche und ist ohne fremde Hilfe verloren. Bei plötzlichen Ohrenschmerzen und Übelkeit, Benommenheit oder Sehschwierigkeiten unter Wasser unbedingt ruhig bleiben und langsam zur Oberfläche zurückkehren. Anschließend keine Wattestopfen ins Ohr drücken, da das Trommelfell dadurch noch stärker beschädigt werden kann. Auch Medikamente dürfen nicht in ein beschädigtes Ohr getropft werden. Anschließend muss der Verletzte zu einem Ohrenarzt oder in ein Krankenhaus. Bei starkem Schwindelgefühl kann man Medikamente gegen Seekrankheit oder Übelkeit (Paspertin®) geben, bei Schmerzen z.B. Aspirin®. Da Übelkeit und Benommenheit auch durch eine Luftembolie ausgelöst werden können, muss der Betroffene überwacht werden. Verschlechtert sich sein Zustand, muss an eine Luftembolie oder die Taucherkrankheit gedacht werden. Dann wird der Transport ins Krankenhaus eilig.

