Unterkühlung

alias Hypothermie?
Unter einer Unterkühlung versteht man die Kälteeinwirkung auf einen Körper, welche zu Gesundheitsschäden, in schweren Fällen sogar zum Tod führen kann.

Inhaltsverzeichnis


Symptome

Bei einer Körpertemperatur von 35+C ist ein Mensch soeben noch bei Bewusstsein, aber blass, mit bläulich-grauen Lippen, glasigen Augen und weiten Pupillen. Glieder- und Bauchschmerzen. Dazu kommt eventuell Durchfall. Der Betroffene wird müde und schläft schließlich ein. Bei einer leichten Unterkühlung sinkt die Körpertemperatur auf Werte zwischen 35 und 37+C. Die körperlichen Erscheinungen sind Frieren, beschleunigter Herzschlag, vermehrte Urinproduktion und klamme Finger. Bei einer fortgeschrittenen Unterkühlung beträgt die Körperkerntemperatur zwischen 32+C und 35+C mit abnehmender Bewegungsfähigkeit der Muskeln, Schwächegefühl, Apathie und Verwirrung, verwaschener Sprache. Die Kälteempfindung nimmt ab, und das Opfer zittert nicht mehr. Bei schwerer Unterkühlung unter 32+C Kerntemperatur (Temperatur im Rumpf) geht die Verwirrung ins Koma über. Die Verwirrung kann sich vorher noch in sinnlosem Verhalten zeigen, indem der Unterkühlte sich z. B. auszieht. Das Sehvermögen kann abnehmen. Wenn die Körpertemperatur unter 30+C sinkt, zeigt das Opfer keine Lebenszeichen mehr. Um eine Unterkühlung zu erkennen, muss man an diese Gefahr überhaupt denken. Man kann nicht sicher sein, dass andere Personen nicht schon unterkühlt sein können, wenn man sich selbst wohl fühlt. Am auffälligsten ist meist nicht mehr rationale, abgestumpfte und interessenlose Verhaltensweise. Zur Unterkühlung des ganzen Körpers kommt es bei Kälte hauptsächlich durch zuwenig aktive Bewegung, Schlafmittel oder Alkohol.

Behandlung

Eine Unterkühlung lässt sich mit einfachen Mitteln nicht exakt feststellen. Normale Thermometer messen nur Temperaturen bis knapp unter 36+C. Weil es auf die Temperatur des Körperkerns ankommt, muss rektal, also im After gemessen werden.
Ein Unterkühlter muss so bald wie möglich wieder aufgewärmt werden. Die nasse Kleidung ausziehen und durch trockene ersetzen. Zusätzlich mit warmen Decken unter und über dem Körper aufwärmen, zum Beispiel auch durch die Körperwärme einer anderen Person. Auch Wärmflaschen sind sinnvoll, aber darauf achten, dass keine Verbrennungen entstehen. Wenn der Betroffene noch in der Lage ist, sinnvoll zu antworten, kann er auch warme Flüssigkeiten trinken. Reagiert er nicht mehr sinnvoll und ist apathisch oder gar bewusstlos, muss er sofort in ein Krankenhaus. Flüssigkeiten dürfen nur zugeführt werden, wenn das Opfer klar ist und keine Gefahr besteht, dass es sich verschluckt. Wer keine Lebenszeichen mehr von sich gibt, muss vorsichtig auf Herzaktion und Atmung untersucht werden. Herzmassage und Beatmung werden nur angewandt, wenn der Unterkühlte ganz sicher keine Lebenszeichen wie geringe Bewegungen, schwacher Pulsschlag oder schwache Atmung zeigt. Das Herz schlägt noch, wenn der Betroffene so eben noch atmet. Bei massiver Unterkühlung benötigt der Körper auch nicht solch einen starken Kreislauf. Mit der Mund-zu-Mund-Beatmung nur beginnen, wenn der Patient nicht mehr als sechs Atemzüge pro Minute macht. Eine so extrem unterkühlte Person muss vorsichtig behandelt werden, denn die Gefahr ist groß, dass Herzflimmern und damit Herzstillstand eintritt.

Vorbeugung

Die Beste Vorbeugung von Unterkühlungen: Sich angemessen kleiden und immer mit schlechtem Wetter rechnen. Mehrere Schichten Kleidung übereinander sind praktisch, weil man bei Bedarf Teile ausziehen kann. Die wind- und wasserfesten Kleidungsstücke werden außen getragen. 50% des Wärmeverlustes entsteht über den unbedeckten Kopf, weil der Körper das Gehirn immer warm halten will. Darum Kapuze, Mütze oder Hut aufs Haupt. Eine sogenannte Sturmhaube aus Baumwolle oder Seide, wie sie Motorradfahrer unterm Helm tragen, passt immer in die Hosentasche. Sie schützt, zusätzlich unter der Mütze oder allein getragen, vor Wind und Kälte. Feuchte Kleidung entzieht dem Körper viel Wärme. Bei kaltem Wetter sollte man sich nicht zu stark anstrengen und Schwitzen vermeiden. Im Schnee oder auf kaltem Boden zu sitzen ohne Isolierung, ist bodenloser Leichtsinn.

Risiken

Eine weitere Gefahr der Kälte: Das Durstgefühl geht bei starker Kälte verloren und kalte Luft kann sehr trocken sein, so dass man große Mengen Flüssigkeit durch die Atemluft verliert. Darum auch in der Kälte genug trinken. Die Mindesttrinkmenge für kalte Umgebungen beträgt 3-4 Liter Flüssigkeit am Tag. Schnee zu essen ist nicht besonders sinnvoll, denn er enthält keine Salze und führt zu Wärmeverlust. Gefährlich sind alkoholische Getränke, da Alkohol zu einer verstärkten Hautdurchblutung und damit zum Wärmeverlust und außerdem zur Kälteunempfindlichkeit der Haut führt.


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